Landespolitik

Skandal im Altenheim mit Nachwehen

Dass der Veruntreuungsskandal in Aldrans jetzt auch im Landtag behandelt wird, sorgt für Stunk im Innsbrucker Mittelgebirge.

Von Peter Nindler

Aldrans, Innsbruck –Vor zwei Jahren flog die Veruntreuung im Altenheim Aldrans auf, der mittlerweile verstorbene Buchhalter mit krimineller Vorgeschichte hatte 698.000 Euro mit Barbehebungen abgezweigt. Ruhe ist im südöstlichen Mittelgebirge noch keine eingekehrt. Mehrere (arbeitsrechtliche) Verfahren sind anhängig, zuletzt brachte die Liste Fritz auch eine Anfrage im Landtag ein. Es ging um Konsequenzen aus dem Finanzskandal. Gemeindereferent LR Johannes Tratter (VP) betonte darin, dass seit 2012/2013 standardmäßig die der Aufsichtsbehörde vorgelegten Voranschläge und Rechnungsabschlüsse einer formalen Prüfung unterzogen werden. Hinsichtlich der Aufarbeitung des Kriminalfalls weist Tratter darauf hin, „dass der Gemeindeverband nach wie vor um die lückenlose Aufklärung und die Erfassung der Veruntreuungsvorgänge der Jahre 2009 bis 2012 bemüht ist. Bis dato liegen keine korrigierten Rechnungsabschlüsse für diese Jahre vor.“

Im Altenheimverband selbst sorgte die Behandlung im Landtag für Debatten. Schließlich hat sie der ehemalige Bürgermeister von Lans, Peter Riedmann, initiiert. Eine Vorgehensweise, die der aktuelle Verbandsobmann und Bürgermeister von Patsch, Andreas Danler, nicht gutheißt. „Anstatt uns zu fragen, wird hier Unfrieden gesät. Riedmann hätte nur mich fragen müssen, wir sind offen für alle Auskünfte.“ Über einige Fragen an den Landesrat ärgert sich Danler, weil sie einfach nicht stimmen würden.

Riedmann kontert in einem geharnischten Brief: Er betont, dass alle Bürgermeister seinerzeit um die kriminelle Vorgeschichte des Buchhalters Bescheid gewusst hätten, andererseits bezeichnet er die Entlassung und die Gerichtsverfahren gegen den Heimleiter als nicht zielführend. „Die Entlassung (...) und die daraus entstandenen Gerichtsverfahren und Prozesse bedeuten eine finanzielle Schädigung und Rufschädigung des Hauses St. Martin, die durch die Bürgermeister des Verbandes grob fahrlässig verursacht wurden“, kritisiert Riedmann.

Vom ehemaligen Heimleiter fordert der Gemeindeverband Schadenersatz. „Wir wollten ja eine außergerichtliche Einigung, doch die war nicht möglich“, sagt Danler. Im Kern ging es um den Forderungsverzicht des Ex-Heimleiters gegenüber dem Verband.