Handelsexperte Stephan Fanderl soll Karstadt auf Kurs bringen
Essen (APA/Reuters) - Die Anforderungen für den Spitzenposten beim angeschlagenen Karstadt-Konzern sind klar umschrieben: Ein Einzelhandelse...
Essen (APA/Reuters) - Die Anforderungen für den Spitzenposten beim angeschlagenen Karstadt-Konzern sind klar umschrieben: Ein Einzelhandelsexperte soll es sein, der auf eine internationale Karriere zurückblicken kann und große Herausforderungen erfolgreich bewältigt hat.
All diese Eigenschaften attestierte der damalige Karstadt-Aufsichtsratschef Stephan Fanderl vor knapp einem Jahr der neuen Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt. Jetzt muss er seiner damaligen Stellenbeschreibung selbst genügen: Fanderl soll Insidern zufolge auf dem Schleudersitz an der Konzernspitze Platz nehmen, nachdem Sjöstedt Mitte Juli nach nur fünf Monaten im Amt das Handtuch geworfen hatte. Nun kann er zeigen, ob er mit Karstadt die wohl größte Herausforderung in der deutschen Handelsbranche meistern kann.
Fanderl entstammt einer Händlerfamilie aus Ingolstadt, im Edeka-Geschäft seines Vaters begann die Ausbildung des heute 51-jährigen zum Einzelhandelskaufmann. „Er hat das ja quasi mit der Muttermilch aufgesogen“, sagte sein Vater Reiner Fanderl dem „Donaukurier“. Dass sein Sohn nicht in Ingolstadt bleiben werde, sondern in die Welt hinaus ziehen würde, sei schon früh klar gewesen, fügte er hinzu. Der Filius verließ denn auch seine Heimatstadt und studierte unter anderem in Köln Betriebswirtschaft, machte Station in Japan und brachte von dort ein Faible für japanisches Essen und Kochen mit.
Dann legte er eine steile Karriere hin: Nach einem Intermezzo bei Metro heuerte Fanderl 2001 bei Rewe an und trieb dort die Expansion in Osteuropa voran. Im Mai 2006 rückte er mit 42 Jahren in den Vorstand des Handelsriesen ein. Ein Jahr später war aber schon Schluss - Fanderl verließ „im gegenseitigen Einvernehmen“ den Kölner Konzern. Insidern zufolge konnte er nicht alles erreichen, was er sich vorgenommen hatte. Stationen beim US-Branchenprimus Wal-Mart und beim Schweizer Diskonter Denner folgten - dort ist er auch für die Strategieentwicklung zuständig. Anfang Oktober 2013 heuerte Fanderl dann bei Karstadt an, er wurde Chef des Aufsichtsrats.
Ehemalige Mitarbeiter schildern Fanderl als sehr ehrgeizig und fokussiert - aber auch als umgänglich. Auch im Karstadt-Aufsichtsrat wird ihm große Kompetenz im Handel bescheinigt. „Und genau das braucht Karstadt jetzt“, sagt ein Mitglied des Gremiums: Der Traditionskonzern kämpft seit Jahren mit Umsatzrückgängen und Verlusten.
~ WEB http://www.karstadt.de ~ APA363 2014-10-23/14:07
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