Angeschlagene Czech Airlines bekommt Kapitalerhöhung
Prag (APA) - Die tschechische Fluglinie Czech Airlines (CSA) wird eine Kapitalerhöhung bekommen. Darauf haben sich die beiden Hauptaktionäre...
Prag (APA) - Die tschechische Fluglinie Czech Airlines (CSA) wird eine Kapitalerhöhung bekommen. Darauf haben sich die beiden Hauptaktionäre - der tschechische Staat hält 54 Prozent, Korean Air gehören 44 Prozent - geeinigt, um das angeschlagene Unternehmen zu stabilisieren, wie die CSA am Donnerstag mitteilte.
Die geplante außerordentliche Hauptversammlung, auf der die Situation des Unternehmens am Donnerstag erörtert werden sollte, wurde abgesagt, nachdem Korean Air bestätigt hatte, sich an der Kapitalerhöhung zu beteiligen.
Konkrete Summen wurden nicht genannt. Die Führung der Dachorganisation Cesky Aeroholding, zu der die CSA gehört, spricht aber über eine Finanzspritze in Höhe von 20 Mio. US-Dollar (15,76 Mio. Euro), die die Fluglinie in kommenden sechs Monaten brauchen sollte.
Als unwahrscheinlich gilt, dass auch die private tschechische Fluglinie Travel Service an der Kapitalerhöhung beteiligen wird. CSA will 34 der noch im Staatsbesitz befindlichen CSA-Anteile übernehmen, diese Beteiligung bedarf aber noch der Genehmigung durch die tschechischen Wettbewerbsbehörde (UOHS) und der EU-Kommission.
Die Koreaner machen ihre Beteiligung an der Kapitalerhöhung von einer peniblen Umsetzung aller im September beschlossenen Umstrukturierungs-Maßnahmen abhängig. Diese sehen massive Kündigungen und Einsparungen vor. Von 871 Mitarbeitern sollen insgesamt 315 gekündigt werden, darunter 77 Piloten, 172 Flugbegleiterinnen und 66 Büroangestellte. Außerdem müssen die verbliebenen Mitarbeiter mit Gehaltskürzungen rechnen.
CSA hat für das Jahr 2013 einen Verlust in Höhe von 922 Mio. Kronen (33,4 Mio. Euro) bei Erlösen von 13,3 Mrd. Kronen ausgewiesen. Es handelt sich um das schlechteste Ergebnis seit 2009. Zuletzt hat sich die Lage noch wegen des Ausbleibens von Passagieren aus Russland und anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise verschlechtert.
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