Bis zu einem Meter Neuschnee: Wintereinbruch „überraschte“ Österreich
Wien (APA) - Nach dem warmen Herbst kam der Wintereinbruch trotz Vorhersage für viele überraschend. In Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Steie...
Wien (APA) - Nach dem warmen Herbst kam der Wintereinbruch trotz Vorhersage für viele überraschend. In Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Steiermark kam es auch am Donnerstag wegen der weißen Pracht zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen und vorübergehender Lawinengefahr. In Oberösterreich kämpfen die Einsatzkräfte gegen Überflutungen. Für die restliche Woche prognostizierte die ZG Wetterberuhigung.
In Salzburg blieben bereits in der Früh nur mit Sommerreifen ausgerüstete Fahrzeuge auf der Tauernautobahn hängen, sodass diese sowohl vor dem Nordportal des Tauerntunnels als auch vor dem Katschbergtunnel gesperrt werden musste. Erst zu Mittag entschärfte sich die Lage etwas und die Straße konnte wieder freigegeben werden. In den Gebirgsgauen Salzburgs sorgten Bäume, die unter der Schneelast geknickt und auf Straßen gefallen waren, für Verkehrsbehinderungen, mehrere Verbindungen waren blockiert. Auf allen höher gelegenen Verbindungen herrschte Kettenpflicht für Lastwagen, zum großen Teil auch für Autos.
In den Niederungen führten die heftigen Niederschläge in Salzburg zu kleinräumigen Überflutungen. Zu Mittag standen noch 260 Feuerwehrleute von 21 Feuerwehren im Einsatz, hauptsächlich mussten Keller und Unterführungen ausgepumpt werden. Die Schnee- und Regenmengen in Salzburg waren beträchtlich. So wurden vor dem Tauerntunnel 70 Zentimeter Neuschnee gemeldet. In den Nordstaulagen des Alpenhauptkammes wurden bis zum Vormittag verbreitet 50 bis 70 Liter Regen pro Quadratmeter registriert, so Josef Haslhofer von der ZAMG Salzburg. Und das dürfte noch nicht alles gewesen sein. Nach Angaben des Meteorologen sind bis Freitagmittag noch bis zu 80 Liter Regen bzw. 80 Zentimeter Schnee zu erwarten, wobei der Schwerpunkt weiterhin im Nordstau - vor allem im Tennengau und Salzkammergut - liegen soll.
Der Neuschnee hat auch in Tirol zu Behinderungen geführt. Umgestürzte Bäume verursachten unter anderem am Fernpass Verkehrsprobleme. Zahlreiche Haushalte waren ohne Strom. Die Arlbergbahnstrecke war zwischen Landeck und Bludenz unterbrochen. Bei Verkehrsunfällen wurden mehrere Personen verletzt. Die Autofahrer waren nach Angaben der Polizei mit Sommerreifen unterwegs.
Die „weiße Pracht“ fiel in Tirol laut ZAMG in Höhenlagen ab 800 bis 1.100 Metern. Die Lawinenexperten des Landes warnten vor einer „kurzfristig durchwegs kritischen“ Situation.
Ähnlich die Lage in Vorarlberg: Der plötzliche Wintereinbruch hat zu zahlreichen Behinderungen geführt. Umgestürzte Bäume und Erdrutsche verursachten unter anderem im Bregenzerwald und auf der Faschinastraße (L88) Verkehrsprobleme. Auf allen höher gelegenen Straßen bestand allgemeine Winterreifenpflicht.
Vor allem im Arlberggebiet, im Bregenzerwald, dem Großen Walsertal und Kleinwalsertal ist Neuschnee bis unter 800 Meter Seehöhe gefallen. In den nördlichen Regionen wurde bis zu einem Meter Neuschnee gemessen, auf der Silvretta bis zu 80 Zentimeter, teilte die Landeswarnzentrale Vorarlberg mit.
Was für die einen Einsatz und Arbeit bedeutet, kommt anderen gelegen: In der Steiermark sorgte in der Ramsau am Dachstein sowie auf der Schladminger Planai starker Schneefall für den passenden Start in die Wintersaison. In der Ramsau konnten sich u.a. die österreichischen Biathleten und Langläufer bei ihren Trainings über die weiße Pracht freuen. Für die bevorstehende Eröffnung des Winterbetriebs am Samstag kamen auf der Planai bis zu einem Meter Neuschnee hinzu.
Wegen des anhaltenden Regens ist es in Oberösterreich zu lokalen Überflutungen gekommen. Die Feuerwehren mussten Donnerstagvormittag nach wie vor ausrücken und vor allem Garagen und Keller auspumpen. Besonders betroffen war das Salzkammergut: Allein in Bad Ischl (Bezirk Gmunden) standen bis zu 200 Mann im Einsatz, berichtete Michael Zeppezauer von der Freiwilligen Feuerwehr.
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