Gesellschaft

Gratis, aber nicht umsonst im Einsatz für die Bildung

Vor fünf Jahren rief Helmut Zander die kostenlose Nachhilfe für sozial Bedürftige ins Leben. 8000 Arbeitsstunden wurden unentgeltlich geleistet.

Von Denise Daum

Innsbruck –Als One-Man-Show in Götzens startete vor fünf Jahren die kostenlose Nachhilfe. Mittlerweile sind rund um Initiator Helmut Zander 50 Nachhilfelehrerinnen und -lehrer im Mittelgebirge, in Innsbruck, Hall sowie Mils, Absams und Aldrans im Einsatz. 500 Kinder wurden im Laufe der Jahre unterstützt. Völlig kostenlos. „Wir helfen allen, egal welches Alter, welche Nationalität. Voraussetzung ist aber die soziale Bedürftigkeit der Familie“, sagt Zander. Am häufigsten wenden sich Alleinerzieherinnen sowie Familien mit Migrationshintergrund an die kostenlose Nachhilfe.

Carmen Baldermann aus Innsbruck ist seit zwei Jahren im Nachhilfe-Team. Sie hat großen Spaß daran, jungen Menschen zu helfen. Voraussetzung für den Erfolg seien aber die Unterstützung von daheim und die Bereitschaft des Nachhilfeschülers. „Wenn ein Kind nicht will, ist nichts zu machen“, weiß die Pensionistin. Wenn man dann aber Erfolge verbuche, sei es eine wahre Freude. So berichtet Baldermann voller Stolz von einem ihrer ehemaligen Schützlinge. „Das Mädchen kam aus Rumänien und hatte aufgrund mehrerer Umzüge enorme Defizite, die wir in nur einem halben Schuljahr aufholen konnten“, sagt Baldermann, der das Kind sehr ans Herz gewachsen ist. „Wir haben immer noch Kontakt. Sie ist fast wie eine Enkelin für mich.“

Vielfach entstehe eine enge Bindung zwischen Lehrer und Schüler, bestätigt Zander. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. „Ein Dankeschön ist nicht selten Mangelware“, bedauert er. „Aber dafür machen wir es ja nicht“, setzt er nach.

Aufgrund der großen Nachfrage ist Zander auf der Suche nach weiteren ehrenamtlichen Nachhilfelehrern. Vor allem die Fächer Deutsch, Mathe und Englisch seien gefragt. „Wir haben Anfragen ohne Ende. Uns fehlen aber einfach die Mitarbeiter. Wenn jemand zwei Stunden pro Woche opfern kann, reicht das schon aus, um einem Kind zu helfen“, betont Zander. Weitere Infos unter der Telefonnummer 0676/54 725 80.