Swarovski will heuer leicht wachsen - Sorgenkind Firmenkundengeschäft

Wien/Wattens (APA) - Der Tiroler Kristallkonzern Swarovski will den Umsatz heuer um 2 Prozent steigern und in den nächsten Jahren zum größte...

Wien/Wattens (APA) - Der Tiroler Kristallkonzern Swarovski will den Umsatz heuer um 2 Prozent steigern und in den nächsten Jahren zum größten Schmuckunternehmen der Welt aufsteigen. Getrieben wird das Geschäft vor allem vom Bereich Kristall. Das Firmenkundengeschäft schwächelt.

„Das Umfeld im B2B-Bereich, d.h. im Komponentengeschäft, ist weiterhin herausfordernd, wir erwarten aber 2016 wieder ein Wachstum“, antwortet Firmenchef Markus Langes-Swarovski auf APA-Fragen. In einem im aktuellen „Format“ veröffentlichten Bericht heißt es, dass die Erlöse aus dem Geschäftsfeld Firmenkunden seit 2008 um 40 Prozent eingebrochen sind. Konkurrenz aus China macht Swarovski hier zu schaffen. Anfang September wurde sogar ein Familienfremder, der ehemalige McKinsey-Mann Taro Nordheider, neuer Chef. Er soll die Sparte, die rund 25 Prozent der Umsätze ausmacht, bis 2016 wieder flottmachen.

Die Swarovski-Gruppe mit Sitz in Wattens (Tirol) setzte 2013 mit mehr als 30.000 Mitarbeitern gut 3 Mrd. Euro um. Die Kristallsparte erwirtschaftete davon 2,3 Mrd. Euro. Der Rest stammt von den Konzerntöchtern Tyrolit und Swarovski Optik.

Produktionsstandorte hat der Konzern in Österreich, China, Tschechien, Indien, Liechtenstein, Thailand, Vietnam, Serbien und den USA. In Tirol ist der Mitarbeiterstand kontinuierlich zurückgegangen: Waren es Ende 2007 noch 6.700 Leute, werden es zu Jahresende 2014 nur noch 4.800 sein. Wie berichtet müssen bis Ende des Jahres 200 Mitarbeiter in Wattens gehen. Weitere Stellenstreichungen stünden aus heutiger Sicht nicht an. „Jedoch steht die solide Wirtschaftlichkeit natürlich im Fokus des Unternehmens“, so Langes-Swarovski zur APA.

Wachsen will Swarovski mit der neuen Shoplinie Cadenzza und der Modeschmuckkette Lola & Grace. Auch neue Schmuckkategorien wie Uhren sollen Marktanteile bringen. Zudem versucht sich die Firma seit Ende letzten Jahres mit Echtschmuck. Derzeit sind Swarovski-Produkte in 2.500 Geschäften in rund 170 Ländern der Welt erhältlich. Im „Format“ spricht Langes-Swarovski auch von Akquisitionen: „Wir halten die Augen für Zukäufe offen und sind in der Lage, auch größere Betriebe zu übernehmen.“

Für Negativschlagzeilen hat die Firma im September gesorgt, weil sie Leiharbeitern Prämienzahlungen vorenthalten haben soll. „Wir haben auf die beauftragte Leiharbeitsfirma eingewirkt, die in ihrem Verantwortungsbereich liegenden Vorhaltungen rasch und im konstruktiven Gespräch mit der Gewerkschaft zu bereinigen“, sagt Langes-Swarovski dazu.

~ WEB http://www.swarovski.com ~ APA500 2014-10-23/16:36