Aus Deutschland zurückgekehrter Yeziden-Kommandant im Irak getötet

Bagdad (APA/AFP) - Ein Yeziden-Kommandant aus Deutschland ist bei der Verteidigung des Sinjar-Gebirges gegen vorrückende Kämpfer der Jihadis...

Bagdad (APA/AFP) - Ein Yeziden-Kommandant aus Deutschland ist bei der Verteidigung des Sinjar-Gebirges gegen vorrückende Kämpfer der Jihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) getötet worden. Al-Sheikh Khairi sei in der Nacht zu Donnerstag getötet worden, sagte Khalaf Mamu, ein Kämpfer der irakischen Minderheit der Yeziden, telefonisch der Nachrichtenagentur AFP.

Al-Sheikh Khairi war demnach aus Deutschland zurückgekehrt, um die im Gebirge verbliebenen Yeziden gegen den IS zu verteidigen. Nach Angaben von Mamu ist die „humanitäre Lage“ in dem Gebirge im Nordosten des Irak „sehr schwierig“. Lebensmittel und Benzin seien knapp. Auf Seiten der Yeziden kämpfen demnach 1200 Bewaffnete.

Der yezidische Kommandant Dawud Jundi hatte zuvor gesagt, am Montag seien 300 IS-Kämpfer mit gepanzerten Fahrzeugen in die Dörfer am Fuß der Berge eingedrungen. Nun würden sie zu Fuß in die Berge aufsteigen, um die Yeziden aufzuspüren. Jundi klagte, es gebe noch rund 2000 Familien, deren Situation „sehr schlecht“ sei.

Im Sommer hatte der Vorstoß der Jihadisten zehntausende Yeziden zur Flucht in die Sinjar-Berge gezwungen. Mit internationaler Unterstützung gelang es schließlich kurdischen Kämpfern, die meisten Yeziden aus den Bergen in Sicherheit zu bringen. Die Jihadisten betrachten die Yeziden als „Teufelsanbeter“ und drohen den Angehörigen der kleinen Religionsgemeinschaft mit dem Tod, wenn sie nicht zum Islam konvertieren. Am Dienstag hatte der UN-Vizegeneralsekretär für Menschenrechte, Ivan Simonovic, der IS-Miliz einen „versuchten Völkermord“ an den Yeziden vorgeworfen.