TLG Immobilien schafft wohl Sprung an die Börse
Frankfurt (APA/Reuters) - Die Gewerbeimmobilienfirma TLG hat den Sprung an die Börse trotz der Berg- und Talfahrt an den Aktienmärkten laut ...
Frankfurt (APA/Reuters) - Die Gewerbeimmobilienfirma TLG hat den Sprung an die Börse trotz der Berg- und Talfahrt an den Aktienmärkten laut Finanzkreisen wohl geschafft. Die Nachfrage der Investoren reiche aus, um das ehemals staatliche Unternehmen an die Börse zu bringen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.
„Die Nachfrage war sehr stark, das Orderbuch ist von hoher Qualität“, sagte ein Beteiligter. Allerdings müssen die TLG und ihr Eigentümer Lone Star Abstriche beim Preis machen. Die bis zu 36,9 Millionen Aktien würden am unteren Ende der Preisspanne ausgegeben, die von 10,75 bis 13,75 Euro reichte, hieß es in Finanzkreisen. Der Preis sollte noch am Donnerstagabend festgesetzt werden.
Die TLG hatte ihre Börsenpläne trotz des Kursrückgangs an den europäischen Aktienmärkten vorangetrieben, während andere Kandidaten wie der Kabelanbieter Tele Columbus und die Online-Anzeigenbörse Scout24 den Sprung zunächst nicht wagen wollten. TLG setzt darauf, dass Immobilienaktien weniger von den grassierenden Konjunktursorgen betroffen sind. Doch die ehemalige Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG) musste lange bangen: Erst in der Nacht zum Donnerstag reichten die Gebote aus, um die Orderbücher einmal zu füllen. Für viele Investoren ist das die Voraussetzung dafür, selbst Aktien zu zeichnen. In der Regel müssen in etwa doppelt so viele Orders vorliegen wie Aktien zur Verfügung stehen, damit das Unternehmen aus den Investoren auswählen kann.
Bei einem Ausgabepreis von 10,75 Euro müsste sich Lone Star mit knapp 300 Millionen Euro Erlös begnügen. Der TLG selbst flössen dann 100 Millionen Euro für weitere Immobilienkäufe zu. Am Freitag soll die TLG-Aktie erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Am unteren Ende der Spanne wird das Unternehmen mehr als 20 Prozent unter dem Nettovermögenswert (NAV) ihrer Immobilien von gut 1,5 Milliarden Euro bewertet.
Die TLG ist die erste Gewerbeimmobilienfirma seit zwei Jahren, die sich an die deutsche Börse wagt. Der US-Investor Lone Star lässt seine Beteiligung nur zwei Jahre, nachdem er die TLG vom Bund erworben hatte, bis auf 40 Prozent abschmelzen. TLG mit seinen rund 500 Immobilien konzentriert sich auf Wachstumsregionen um Berlin, Dresden, Leipzig und Rostock. Der Bestand geht auf Objekte zurück, die nach der Wiedervereinigung in den Besitz der Treuhand übergegangen waren.
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