Ebola - AU will über tausend Pflegekräfte in Ebola-Gebiete schicken
Freetown/Conakry/Monrovia (APA/AFP) - Die Afrikanische Union (AU) will mehr als tausend Pflegekräfte in die vom Ebola-Virus betroffenen west...
Freetown/Conakry/Monrovia (APA/AFP) - Die Afrikanische Union (AU) will mehr als tausend Pflegekräfte in die vom Ebola-Virus betroffenen westafrikanischen Staaten schicken. Die Staatengemeinschaft habe Krankenhäuser und Behandlungszentren eingerichtet, „aber diese Infrastrukturen haben kein Personal, das ist Verschwendung“, sagte die AU-Präsidentin Nkosazana Dlamini-Zuma am Donnerstag.
Nach Angaben der AU-Präsidentin haben mehrere afrikanische Staaten Gesundheitspersonal für die Krisengebiete zugesagt. Aus der Demokratischen Republik Kongo sollen demnach in einem ersten Kontingent 200 Pflegekräfte entsandt werden, zwei weitere Gruppen sollen folgen. „Wir warten noch auf weitere Antworten, Ostafrika hat 600 Pflegekräfte zugesagt“, sagte Dlamini-Zuma.
Die afrikanischen Pfleger müssten zunächst in der Heimat ausgebildet werden, sagte die AU-Präsidentin. Ferner gelte es, Unterkünfte und die Arbeitsplätze der afrikanischen Helfer zu klären. Nach Angaben des stellvertretenden Direktors der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Keiji Fukuda, ist es in den Krisengebieten „unglaublich schwer, Pflegepersonal zu finden“. Nach WHO-Angaben haben sich bisher 443 Pfleger mit Ebola infiziert, von denen 244 gestorben seien.
Insgesamt starben der WHO zufolge bereits fast 4.900 Menschen an der schlimmsten Ebola-Epidemie der Geschichte. Fast 10.000 hätten sich insgesamt angesteckt. Mehr als die Hälfte der Opfer wurde in Liberia verzeichnet. Im ebenfalls betroffenen Nachbarland Sierra Leone äußerte Präsident Ernest Bai Koroma im Gespräch mit dem Fernsehsender ITV die Hoffnung, „dass wir bis zum Jahresende in der Lage sind, den Ebola-Virus, wenn schon nicht zu eliminieren, doch wenigstens einzudämmen“.
Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf kündigte striktere Kontrollen aller Grenzen mit Sierra Leone und Guinea an. „Wir wissen, dass unsere Grenzen löchrig sind und müssen verhindern, dass Infizierte ins Land kommen, weil sie die offiziellen Grenzübergänge meiden“, erklärte Sirleaf im staatlichen Rundfunksender ELBC. Die WHO beklagte, dass von den benötigten 4.700 Behandlungsbetten, nur ein Viertel zur Verfügung stehe. Die Zahl der Betten sei nötig, um wie angestrebt bis zum 1. Dezember 70 Prozent aller Infizierten zu isolieren.
~ WEB http://www.au.int/ ~ APA646 2014-10-23/22:10
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