Ebola - Neuer Krankheits-Verdacht in den USA

New York/Bamako/Freetown (APA/Reuters/AFP) - In den USA gibt es den Verdacht auf einen weiteren Ebola-Fall. In New York sei ein Arzt mit Sym...

New York/Bamako/Freetown (APA/Reuters/AFP) - In den USA gibt es den Verdacht auf einen weiteren Ebola-Fall. In New York sei ein Arzt mit Symptomen der Krankheit in eine Klinik gebracht worden und werde nun auf das Virus untersucht, teilten die Gesundheitsbehörden der US-Metropole am Donnerstag mit. Der Mediziner sei mit der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ unlängst in Guinea gewesen. Er habe Fieber und Magen-Darm-Beschwerden.

Die Ergebnisse der Untersuchungen könnten noch im Laufe des Tages veröffentlicht werden, gab der Bürgermeister von New York, Bill de Blasio, bekannt. „Wir gehen davon aus, dass er nur mit sehr wenigen Menschen in Kontakt gekommen ist“, sagte de Blasio.

Auf seiner Facebook-Seite hat der 33-jährige Arzt Craig Spencer angegeben, um den 18. September herum nach Guinea gereist zu sein. Am 16. Oktober sei er nach Brüssel geflogen. Die maximale Inkubationszeit beträgt 21 Tage. Infizierte können Ebola übertragen, wenn sie Symptome wie Fieber oder Erbrechen aufweisen.

Die Wohnung des Mannes im Stadtteil Harlem auf Manhattan sei versiegelt worden, teilten die Gesundheitsbehörden weiter mit. Der Rest des Hauses sei für die Bewohner aber frei zugänglich. Drei Polizisten bewachten es. Spencer sei von einem Spezialteam in die Klinik begleitet worden. Es werde nun nach allen Personen gesucht, die Kontakt mit ihm hatten.

Der neue Verdacht verstärkte die Furcht vor einer Ausbreitung der Krankheit in den USA. Die Börse reagierte umgehend, die Wall Street gab nach Bekanntwerden der Nachricht einen Teil ihrer Gewinne wieder ab.

Die schwerste Ebola-Epidemie in der Geschichte hat vor allem Liberia, Sierra Leone und Guinea in Westafrika erfasst. Die Seuche wurde aber auch nach Spanien und die USA eingeschleppt. Im texanischen Dallas steckten sich zwei Krankenschwestern bei der Behandlung eines Ebola-Patienten an. Die USA verschärften inzwischen ihre Einreise-Bestimmungen für Flugpassagiere aus den besonders stark betroffenen Ländern. Der Weltgesundheitsbehörde (WHO) zufolge haben sich etwa 10.000 Menschen angesteckt. Etwa die Hälfte der Patienten starb an der Infektion.

Am Donnerstag gab es zudem den ersten Fall von Ebola in Mali. Ein zweijähriges Mädchen, das kürzlich im Nachbarland Guinea unterwegs gewesen sei, sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Mali am Donnerstag mit. Es ist damit das sechste westafrikanische Land, in dem die Krankheit auftritt. Senegal und Nigeria wurden inzwischen wieder als Ebola-frei erklärt.