EU-Klimaziele - Umweltschützer: Kniefall vor Interessen der Industrie

Brüssel (APA) - Umweltschutz-Organisationen haben die beim EU-Gipfel beschlossenen Klimaziele einhellig als unzureichend kritisiert. Von ein...

Brüssel (APA) - Umweltschutz-Organisationen haben die beim EU-Gipfel beschlossenen Klimaziele einhellig als unzureichend kritisiert. Von einem „Kniefall vor den Interessen der Industrie“ spricht Global 2000, für Greenpeace ist der erreichte Kompromiss eine „Blamage für die europäische Politik“.

Mit dem Ziel von 40 Prozent Treibhausgasreduktion, einem für die Nationalstaaten unverbindlichen Ziel von 27 Prozent Erneuerbaren-Anteil und einem unverbindlichen Ziel von 27 Prozent Effizienzsteigerung bis 2030 sei ein Minimalkompromiss abgesegnet worden, der die Atom- und Kohleenergie begünstige und die Energie-Importabhängigkeit Europas auf Jahrzehnte festschreibe, kritisiert der Klima- und Energiesprecher von Global 2000, Johannes Wahlmüller, am Freitag in einer Aussendung.

Greenpeace sieht außerdem eine „gravierende Missbrauchsgefahr“, da Ausgleichszahlungen an die osteuropäischen Staaten in Kohle und Atomenergie statt in erneuerbare Energie und Energieeffizienz gesteckt werden könnten.

In die gleiche Kerbe schlagen auch die Ökostrom-Lobbyisten. „Die Ziele sind leider das Papier nicht wert auf dem sie stehen“, sagt der Geschäftsführer der IG Windkraft, Stefan Moidl. Der Versuch einer Demontage der Energiewende werde fortgesetzt und die Atomenergie wieder salonfähig gemacht.

Der Geschäftsführer des Dachverbands Erneuerbare Energie Österreich, Jurrien Westerhof, bewertet die Beschlüsse des EU-Gipfels als „Sieg für jene Kräfte, die sich nicht von fossilen Energien und Atomkraft verabschieden wollen“.

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) findet es „enttäuschend, dass die Ziele für erneuerbare Energie und für mehr Energieeffizienz für die Nationalstaaten unverbindlich sind“. Allerdings sieht der VCÖ auch die Chance, dass Österreich zu „Europas Kompetenzzentrum für klimafreundlichere Mobilität“ wird.