Westenthaler-Prozess 3 - Ex-Finanzminister Edlinger im Zeugenstand

Wien (APA) - Ihm sei es in erster Linie wichtig gewesen, „dass der Fußball a Geld kriegt. Ob das a Förderung oder a Subvention ist, war für ...

Wien (APA) - Ihm sei es in erster Linie wichtig gewesen, „dass der Fußball a Geld kriegt. Ob das a Förderung oder a Subvention ist, war für mich nicht von so besonderer Relevanz“, sagte der ehemalige Finanzministers Rudolf Edlinger, der als seinerzeitiger Präsident des SK Rapid Wien im inkriminierten Zeitraum 2003/2004 im Bundesliga-Aufsichtsrat saß, in seiner Zeugenaussage.

Edlinger hatte zu der Frage, in welcher Form der Vergleich der Bundesliga mit der Finanzprokuratur finanziert wurde, seinen Angaben zufolge keine konkrete Erinnerung mehr. Als Richter Wolfgang Etl wissen wollte, ob dieser Vergleich im Wege einer „Komplementärzahlung“ finanziert werden sollte, erwiderte Edlinger, er hätte sich „mit Details nicht befasst. Für mich war wesentlich, dass das Problem gelöst ist. Das Problem war, dass die Bundesliga kein Geld gehabt hat.“

Zeitgleich zum Vergleich, mit dem eine Drittschuldnerklage abgewendet werden sollte, sei es dem Bundesliga-Vorstand gelungen, zusätzliche Sponsoren an Land zu ziehen. Edlinger ging davon aus, dass damit der Bundesliga jedenfalls gröbste finanzielle Schwierigkeiten erspart geblieben wären. „Nach dem Prinzip Hoffnung“, wie Edlinger dazu anmerkte, „das müssen Sie als Fußballpräsident haben.“

Ob die über den Österreichischen Fußballbund (ÖFB) der Bundesliga zugedachte Förder-Million zweckgewidmet oder frei verwendbar war, „war mir nicht so wichtig. Für mich war die Frage, ob das Geld eine bestimmte Definition hat oder nicht, nicht die entscheidende“, so der Ex-Finanzminister. Er könne sich „nicht erinnern, ob das ein Mascherl gehabt hat“, er habe sich auf jeden Fall „sehr gefreut, dass wir das Geld bekommen“.

Dass die Million nach einem Nationalratsbeschluss von der Republik flüssig gemacht wurde und für die forcierte Nachwuchs-Arbeit bestimmt war, habe er „nicht gewusst“, sagte Edlinger. Das habe er „nicht so realisiert“. Auf die Frage des Richters, ob man Förderungen grundsätzlich anders als ausgewiesen verwende, lächelte Edlinger und entgegnete dann: „In meiner Amtszeit nicht.“

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