Stresstest - Erste Konsequenzen der Banken aus den EZB-Checks
Berlin (APA/dpa) - Die Bankentests der Europäischen Zentralbank (EZB) haben nach Ansicht von Experten das Finanzsystem sicherer gemacht. Um ...
Berlin (APA/dpa) - Die Bankentests der Europäischen Zentralbank (EZB) haben nach Ansicht von Experten das Finanzsystem sicherer gemacht. Um rund 200 Milliarden Euro hätten europäische Institute ihre Bilanzen gestärkt, sagt etwa Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret. Auch viele Analysten sind optimistisch, dass das Vertrauen in die Stabilität der Banken nach der Überprüfung steigen wird.
Dazu zählt auch die Hoffnung, dass schwache Banken ausscheiden werden. Erste Konsequenzen gibt es bereits:
- Das Schicksal der ÖVAG als Spitzeninstitut der österreichischen Volksbanken ist seit Anfang Oktober besiegelt. Sie hatte in den vergangenen Jahren unter anderem bei ihrem starken Engagement in Osteuropa viel Geld verloren und musste mit 1,3 Milliarden Euro Steuergeldern gerettet werden. Nun soll die ÖVAG vom kommenden Jahr an abgewickelt werden. Offiziell wird dementiert, dass dies eine Reaktion auf ein vermutetes Durchfallen bei den EZB-Checks sei.
- Im Sommer crashte die portugiesische Großbank Banco Espírito Santo (BES). Sie wurde aufgespalten. Die bisherigen Eigentümer blieben auf maroden Papieren sitzen, während der Staat den gesunden Teil mit einer Finanzspritze von 4,9 Milliarden Euro stützte und so auch Einlagen der Sparer sicherte. Dafür nutzte Portugal 4,4 Milliarden Euro aus dem Rettungstopf von EU und Internationalem Währungsfonds. Die Hoffnung ist, dass die „Novo Banco“ irgendwann reprivatisiert wird und der Abwicklungsfonds die geliehenen Gelder zurückzahlt.
- Ums Überleben kämpft auch die älteste noch existierende Bank der Welt: die Banca Monte dei Paschi aus dem italienischen Siena. Im Juni gelang es ihr nach langem Gezerre, über eine Kapitalerhöhung fünf Milliarden Euro einzusammeln. Damit dürfte zumindest ein Teil der bei der EZB-Prüfung erwarteten Kapitallücken geschlossen werden können.
- Sorgen machten sich viele Beobachter lange um die Deutsche Bank. Die zahlreichen Rechtsrisiken sorgten für große Unsicherheiten. Hinzu kam, dass die Aufsichtsbehörden bei den neuen Kapitalregeln strenger vorgingen, als die Bank erwartet hatte. Schließlich setzte das Institut im zweiten Quartal 2014 zum Befreiungsschlag an und beschaffte sich auch mit Hilfe eines Scheichs aus Katar 8,5 Milliarden Euro frisches Geld. Beobachter gehen nun davon aus, dass das reicht, um mögliche Löcher in den Tests zu schließen.
~ ISIN AT0000755665 WEB http://www.oevag.com ~ APA454 2014-10-24/16:33
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