IS - Syrische Kurdenpartei bestreitet Einigung mit Erdogan

Kobane (Ayn al-Arab/Kobani) (APA/AFP) - Die größte Syrische Kurdenpartei Demokratische Union (PYD) hat Angaben des türkischen Präsidenten Re...

Kobane (Ayn al-Arab/Kobani) (APA/AFP) - Die größte Syrische Kurdenpartei Demokratische Union (PYD) hat Angaben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bestritten, wonach 1300 Rebellen der gegen Syriens Präsidenten Bashar al-Assad kämpfenden Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) die Verteidiger von Kobane verstärken sollen.

Erdogan sagte am Freitag während eines Besuchs in der estnischen Hauptstadt Tallinn, die PYD und die FSA hätten sich geeinigt. Sie würden nun Gespräche über die Transitroute für die FSA-Kämpfer nach Kobane führen. Die nordsyrische Grenzstadt ist von drei Seiten durch die Jihadisten der Gruppe Islamischer Staat (IS) eingeschlossen. Nur im Norden über die Grenze zur Türkei ist der Zugang noch frei.

Die FSA-Kämpfer müssten sich daher entweder den Weg nach Kobane freikämpfen oder über die Türkei kommen. Die türkische Regierung unterhält seit langem enge Beziehungen zur FSA und unterstützt sie mit Militärhilfe und Ausbildung im Kampf gegen Assad. Dagegen sieht Ankara die PYD ebenso wie ihre türkische Schwesterpartei PKK als „Terrororganisation“ an. Die Türkei lehnt daher eine direkte Hilfe für die PYD ab.

PYD-Chef Saleh Muslim sagte der kurdischen Nachrichtenagentur Firatnews, Erdogans Äußerungen träfen nicht zu. Es gebe „keinerlei Erklärung der Freien Syrische Armee über eine derartige Einigung“. Der Türkei gehe es darum, „Verwirrung zu stiften“.

Nach langem Zögern hatte Ankara am Montag eingewilligt, kurdischen Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak zu erlauben, über die Türkei nach Kobane zu gelangen. Erdogan sagte aber, die Zahl der Peschmerga habe sich auf 150 verringert. Am Vorabend hatte er noch von 200 Kämpfern gesprochen. Erdogan erklärte, in Gesprächen mit dem US-Präsidenten Barack Obama sei Einigkeit darüber erzielt worden, dass die FSA die „erste Wahl“ sei, die Peschmerga nur „die zweite“.

Der Sprecher des für die Peschmerga zuständigen Ministeriums der autonomen Kurdenregion im Nordirak sprach von bis zu 200 Kämpfern, die in der kommenden Woche nach Kobane entsandt würden. Ihre Ausrüstung werde Schnellfeuerwaffen, Mörser und Raketenwerfer umfassen, fügte Halgord Hekmet hinzu. In Bagdad kritisierten Parlamentarier die Entscheidung. Sie forderten die Peschmerga auf, sich auf die Kämpfe im Irak zu konzentrieren und von IS-Jihadisten bedrohten Städten wie Tal Afar oder Sinjar zu Hilfe zu kommen.