USA nehmen Berichte über Chlorgas-Angriff durch IS im Irak ernst

Bagdad/Washington (APA/AFP/dpa) - Die USA wollen Berichte über einen Einsatz von Chemiewaffen durch die Jihadistengruppe Islamischer Staat (...

Bagdad/Washington (APA/AFP/dpa) - Die USA wollen Berichte über einen Einsatz von Chemiewaffen durch die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) im Irak überprüfen. Noch gebe es keine Bestätigung, aber die Angaben würden „sehr ernst“ genommen, sagte US-Außenminister John Kerry am Freitag in Washington.

Die „Washington Post“ hatte berichtet, im September seien elf irakische Polizisten in einem Krankenhaus 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad behandelt worden, nachdem sie von IS-Kämpfern angegriffen worden seien. Sie hätten über Übelkeit, Erbrechen und Atemnot geklagt. Die Untersuchung habe eine Vergiftung durch Chlorgas ergeben, schrieb die Zeitung unter Berufung auf offizielle irakische Quellen.

„Wir suchen zusätzliche Informationen, um zu sehen, ob wir die Angaben bestätigen können“, sagte Kerry. Jeder Einsatz von Chemiewaffen sei „abscheulich“ und eine Verletzung des Völkerrechts. Auch wenn sich die Vorwürfe bestätigen würden, werde das an der US-Strategie im Kampf gegen den IS aber nichts ändern. Ziel der USA und ihrer Verbündeten bleibe es, die irakischen Streitkräfte in die Lage zu versetzen, die Extremisten selbst zu bekämpfen.

Unterdessen eroberte das irakische Militär hat nach eigenen Angaben eine wichtige Stadt von der IS zurück. Es handle sich um die überwiegend von Sunniten bewohnte Stadt Jurf al-Sakhr, berichtete der staatliche Fernsehsender Al-Irakiya am Freitag. Der Ort liegt 60 Kilometer südwestlich von Bagdad an einer wichtigen Verbindungsroute zwischen der Hauptstadt und den Großteils von Schiiten bewohnten Provinzen im Süden des Landes. Einheiten des Militärs hätten mit Unterstützung von schiitischen Milizen die Extremisten vertrieben.