Ukrainischer Prmeier Jazenjuk kritisiert vor Wahlen Russland

Kiew (APA/dpa) - Vor der Parlamentswahl in der krisengeschüttelten Ukraine hat Regierungschef Arseni Jazenjuk Russland für Blutvergießen und...

Kiew (APA/dpa) - Vor der Parlamentswahl in der krisengeschüttelten Ukraine hat Regierungschef Arseni Jazenjuk Russland für Blutvergießen und wirtschaftliche Not im Land verantwortlich gemacht. Der russische Präsident Wladimir Putin wolle den proeuropäischen Kurs der Ukraine stoppen, sagte Jazenjuk während einer Fernsehdiskussion in Kiew vor der Wahl an diesem Sonntag.

„An dem Trauma, das Russland verursacht hat, werden wir lange zu leiden haben“, sagte Jazenjuk. Er rief zur Wahl einer europäischen Zukunft der Ukraine auf.

Russland hatte sich im März die Schwarzmeerhalbinsel Krim einverleibt. Es unterstützt auch die schwer bewaffneten Separatisten im umkämpften Osten des Landes. Die Krim sowie Teile der nach Unabhängigkeit strebenden Regionen Donezk und Luhansk nehmen nicht an der Abstimmung teil.

Insgesamt sind etwa 36 Millionen Menschen aufgerufen, eine neue Oberste Rada zu wählen. Als Favorit gilt die proeuropäische Präsidentenpartei Petro-Poroschenko-Block. Der Staatschef Poroschenko hofft auf ein starkes Mandat für prowestliche Reformen und für seinen Friedensplan im Kampf gegen die Aufständischen.

Nach dem Verlust der Krim und wegen der Kämpfe im Osten des Landes wird das Parlament nur noch 424 statt der bisherigen 450 Abgeordnete haben. Umfragen zufolge werden 7 der 29 kandidierenden Parteien Chancen auf einen Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde eingeräumt.