Massenkundgebung gegen Regierung Renzi in Rom
Der Protest richtet sich gegen die von Renzi im Senat durchgesetzte Lockerung des Kündigungsschutzes und gegen die Aufweichung von Artikel 18 des Arbeitnehmerstatuts.
Rom – Hunderttausende Demonstranten aus ganz Italien sind Samstagvormittag zu einem Massenprotest gegen die geplante Lockerung des Kündigungsschutzes in Rom eingetroffen. Sie zogen in mehreren Demonstrationszügen durch die Stadt und wollten dann zu einer Schlusskundgebung auf dem Lateranplatz zusammenkommen. 2.300 Busse und Sonderzüge brachten die Demonstranten aus ganz Italien in die Hauptstadt. Wegen des starken Teilnehmerandrangs brachen die Demonstrantenzüge eine Stunde früher als geplant auf.
Nach Medienberichten handelt es sich um die erste Großdemonstration, mit der der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi seit seinem Amtsantritt im vergangenen Februar konfrontiert ist. Der Protest richtet sich gegen die von Renzi im Senat durchgesetzte Lockerung des Kündigungsschutzes und gegen die Aufweichung von Artikel 18 des Arbeitnehmerstatuts. Dieser garantiert Arbeitern in Unternehmen mit über 15 Mitarbeitern einen besonders starken Kündigungsschutz. Renzis Anliegen ist es, den italienischen Arbeitsmarkt zu flexibilisieren.
„Hände weg von den Rechten der Arbeitnehmer“, war auf den Spruchbändern zu lesen. „Diese Großdemonstration ist der Auftakt einer Reihe von Protestinitiativen in Italien. Niemand darf an den Rechten der Arbeitnehmer rütteln“, sagte die Chefin des Gewerkschaftsverbandes CGIL, Susanna Camusso, die die Kundgebung in Rom anführte. „Arbeit, Würde und Gleichberechtigung“ lautet der Slogan der Demonstration, an der sich auch viele Jugendliche beteiligten. Italien ist mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 42 Prozent konfrontiert.
Der Sozialdemokrat Renzi zeigte sich von dem Protest unbeeindruckt. „Wir respektieren die Demonstranten, doch eines muss klar sein: Die Zeiten sind in Italien vorbei, als eine Großdemonstration eine Regierung und das Land lahmlegen konnte. Wir geben nicht nach, und wir werden Italien erneuern“, sagte Renzi. (APA)
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