Bürgermeister in Piemont will Sonderbusse für Roma einführen

Rom (APA) - Der Bürgermeister einer Gemeinde im norditalienischen Piemont will getrennte Busse für Roma einführen, um die Sicherheit der Bür...

Rom (APA) - Der Bürgermeister einer Gemeinde im norditalienischen Piemont will getrennte Busse für Roma einführen, um die Sicherheit der Bürger zu garantieren. Diese beschweren sich schon seit Jahren über Diebstähle und Gewalttätigkeiten seitens der Roma an Bord der Busse.

Der Mitte-Links-Bürgermeister der Ortschaft Borgaro Torinese nahe Turin, Claudio Gambino, sieht die Einführung von Sonderbussen für die in einer Ansiedlung in seiner Gemeinde lebenden Roma als einzigen Weg, um die Bürger zu schützen. Die Ansiedlung, in der circa 600 Roma leben, liegt entlang einer Straße, die zum Turiner Flughafen führt. „Ich bin kein Rassist, doch ich muss die Bürger schützen, die immer wieder Opfer von Diebstählen und gewaltsamen Aktionen sind. Seit 20 Jahren haben wir Probleme wegen der Roma-Ansiedlung“, betonte Gambino.

„Wir sind für Integration und Toleranz. Wir können jedoch nicht zulassen, dass die Roma ohne Fahrkarten in den Bus einsteigen und die Reisenden schikanieren. Hier geht es nicht um Toleranz, sondern um Respekt der Regeln“, so der Bürgermeister.

Sein Plan löste hitzige Debatten in Italien aus. Der Chef der italienischen Linkspartei SEL, Nichi Vendola, warnte vor „Apartheid“ und rief Gambino auf, seinen Vorschlag zu überdenken. Die für Menschenrechte zuständige Politikerin der Demokratischen Partei (PD), der Gruppierung von Premier Matteo Renzi, Micaela Campana, mahnte, dass Ausgrenzung niemals die Lösung sei.

Der Vorschlag stieß dagegen bei der ausländerfeindlichen Oppositionspartei Lega Nord auf Unterstützung. Der Lega-Abgeordnete Roberto Calderoli lobte Gambinos Vorschlag. „Obwohl er einer Mitte-Links-Partei angehört, beweist er, dass er auf die Bedürfnisse seiner Bürger hört“, so Calderoli.