IS - Kurden erobern Stadt im Nordirak zurück

Erbil/Bagdad (APA/Reuters) - Kurdische Peshmerga-Kämpfer haben nach Angaben aus Sicherheitskreisen die nordirakische Stadt Sumar sowie mehre...

Erbil/Bagdad (APA/Reuters) - Kurdische Peshmerga-Kämpfer haben nach Angaben aus Sicherheitskreisen die nordirakische Stadt Sumar sowie mehrere umliegenden Ortschaften von der Extremistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) zurückerobert. Nach Luftangriffen der US-geführten Allianz gegen IS-Stellungen seien Peshmerga-Einheiten Samstagfrüh aus fünf Richtungen auf die Stadt vorgerückt, sagte ein Geheimdienstoffizier in Sumar.

Nach heftigen Gefechten hätten die Kurden schließlich die IS-Kämpfer zurückgedrängt. Sumar war eine der ersten Kurden-Städte, die der IS im August überrannte. Sollte es den Kurden gelingen, die Stadt zu halten, würde es ihnen den Vormarsch nach Sindshar erleichtern. Dort belagern IS-Kämpfer Angehörige der Glaubensgemeinschaft der Yeziden, die sich auf einen Bergzug geflüchtet haben.

Auch aus dem Zentral-Irak meldeten Regierungsstellen Erfolge im Kampf gegen den IS. Am Samstag hätten irakische Sicherheitskräfte den IS aus der Stadt Jurf al-Sakhar nahe Bagdad zurückgedrängt.

Die USA und mehrere verbündete Staaten flogen am Freitag und Samstag nach US-Angaben 22 Luftangriffe auf Stellungen des IS im Irak. Es seien Ziele nahe dem wichtigen Staudamm von Mossul, der Stadt Falludsha und der Stadt Baidshi attackiert worden. Bei Baidshi steht die größte Ölraffinerie des Landes. Es seien Bomber, Kampfjets und Drohnen zum Einsatz gekommen. US-Flugzeuge hätten zudem ein Artillerie-Geschütz der Extremisten nahe der nordsyrischen Kurden-Stadt Kobane zerstört.

Der IS kontrolliert weite Teile des Irak und Syriens, wo er ein Kalifat ausgerufen hat. Besonders heftig umkämpft ist die nordsyrische Grenzstadt Kobane. Zur Unterstützung der dortigen Kämpfer wollen die Kurden aus dem Nordirak 200 Peshmerga-Milizionäre nach Kobane schicken. Die Türkei hat zugestimmt, die irakischen Kämpfer über ihr Staatsgebiet nach Kobane zu lassen.