Vier gewinnt: Quartett kämpft um Titel in der Tiroler Liga
Der Titelkampf in der UPC Tirol Liga scheint sich auf einen Vierkampf zwischen Fügen, der Reichenau, Jenbach und der Union zuzuspitzen.
Von Tobias Waidhofer
Fügen –Mit den Spitzenspielen ist es im Fußball oft so eine Sache. Meistens können diese Duelle die hohen Erwartungen nicht erfüllen: Es regiert die Angst vor dem Verlieren; die Angst, einen direkten Konkurrenten zu stärken. Ganz anders am Samstag in Fügen: Da traf der Überraschungs-Tabellenführer aus dem Zillertal auf die nicht minder starke Union. Fünf Tore in einem intensiven Spiel gipfelten in der Nachspielzeit im Fügener 3:2-Siegtreffer durch Manuel Jochriem.
„Das Spiel war auf Messers Schneide. Wenn ich Zuschauer gewesen wäre, hätte ich viel Freude gehabt“, grinste Fügen-Trainer Alois Schönherr. Mit dem Sieg prolongierten die Fügener ihren Erfolgslauf und bleiben an der Tabellenspitze.
Dabei hatten die Innsbrucker furios begonnen: „In den ersten zehn Minuten war es ein Feuerwerk der Union“, gestand Schönherr. Weil die Gäste aber einen Elfmeter vergaben (Bülent Bilgen) und weitere Topchancen (u. a. Marco Walser) liegen ließen, führte die Union durch einen Freistoßtreffer von Mike Lener nur mit 1:0. „Auch in der Folge waren wir spielerisch besser, haben unsere Chancen aber einfach nicht genutzt“, ärgerte sich Union-Trainer Michael Schober. „Und dann kommt’s halt, wie es kommen muss. Wenn Fügen nicht so eine unglaubliche Serie hat, gewinnen sie das Spiel nicht.“ In der 91. Minute verwandelte der agile Manuel Jochriem einen Elfmeter zum 3:2, er hatte schon zum 2:2-Ausgleich getroffen. Es waren bereits die Saisontreffer 13 und 14 für den ehemaligen BNZ-Spieler.
Im Titelrennen kann derzeit nur die Reichenau mit den unglaublichen Zillertalern Schritt halten. Das 6:0 in Imst war jedenfalls wieder einmal ein spielerisches Ausrufezeichen der Innsbrucker. „Wir haben ihnen keine Chance gelassen, waren dominant und überlegen“, freute sich Trainer Florian Schwarz. Kommenden Freitag gastieren die Reichenauer noch bei Jenbach.
Auch der Tabellen-Dritte könnte mit seinem starken Kader noch eine Rolle im Meisterrennen der UPC Tirol Liga spielen. Auch wenn Trainer Roli Ortner nach der klaren Niederlage in Völs (2:5) meinte: „Wir sind immer noch ein Aufsteiger.“ Allerdings einer mit hohen Ansprüchen.
Der Trainer des Tabellen-Führers, Alois Schönherr, will trotzdem nichts von einem Titel-Vierkampf wissen. „Das ist mir zu früh. Kirchbichl und Imst haben genug Potenzial. Und eine Aufholjagd ist immer möglich.“ Dabei spricht der ehemalige Akademie-Trainer durchaus aus eigener Erfahrung: Schließlich hatte Fügen vor einem Jahr nach dem Herbst nur elf Punkte auf dem Konto, im Frühjahr verloren sie dann nur mehr drei Spiele und holten 28 Punkte. Vieles scheint möglich.
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