Stresstest - Szenario geht von Wirtschaftsrückgang statt Wachstum aus

Wien/Frankfurt (APA) - Der heute Sonntag veröffentlichte Stresstest berechnet, wie es den Banken gehen würde, wenn die Wirtschaft schrumpft,...

Wien/Frankfurt (APA) - Der heute Sonntag veröffentlichte Stresstest berechnet, wie es den Banken gehen würde, wenn die Wirtschaft schrumpft, statt wie erwartet zu wachsen. Verglichen werden ursprüngliche Prognosen der Wirtschaftsforscher („baseline“) und eine deutliche Krise für die Jahre 2014 bis 2016.

Laut Prognosen der Wirtschaftsforscher von 2013 sollte die Wirtschaft der Eurozone in diesen drei Jahren in Summe um 4,6 Prozent zulegen. Das Krisenszenario geht statt dessen davon aus, dass die Wirtschaft kumuliert um zwei Prozent schrumpft. Daraus ergibt sich eine Verschlechterung der Konjunktur um 6,6 Prozentpunkte. Für Österreich, wo ursprünglich ein höheres Wachstum als in der Eurozone erwartet worden ist, liegt das Krisenszenario um 6,7 Prozentpunkte schlechter als der „Normalwert“, also die ursprüngliche Prognose der Wirtschaftsforscher.

Hart trifft es Osteuropa: Zwar nimmt das Krisenszenario wie für die Eurozone über drei Jahre einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von zwei Prozent an. Da aber ursprünglich ein Plus von 7,7 Prozent vorhergesagt war, ergibt sich eine Differenz von 9,7 Prozentpunkten zwischen Krisenfall und „Normalwert“. Für die gesamte EU ergibt sich ein Rückgang von 7 Prozentpunkten.

Diese Annahmen führen dazu, dass österreichische Banken besonders hart gestresst werden. Denn sie machen sehr viel Geschäft in Osteuropa, haben dort also einen überdurchschnittlichen Anteil an Risiko. Da die heimischen Banken schon von Haus aus eher weniger Kapital haben als andere europäische Banken, schneiden sie im Stresstest auch weniger gut ab.

Die eskalierte Russland/Ukrainekrise ist im Stresstest noch nicht in ihrer vollen Schärfe berücksichtigt, das war zum Zeitpunkt, als die Testkriterien fixiert wurden, nicht absehbar. Unterstellt ist für die Ukraine und Russland im jetzigen Schockszenario ein Wirtschaftseinbruch von jeweils 7,8 Prozent.

~ WEB http://www.ecb.int ~ APA126 2014-10-26/12:01