Gefechte zwischen libanesischer Armee und Islamisten in Tripoli
Tripoli/Damaskus (APA/AFP) - Im historischen Zentrum der libanesischen Stadt Tripoli hat es am Samstag schwere Auseinandersetzungen zwischen...
Tripoli/Damaskus (APA/AFP) - Im historischen Zentrum der libanesischen Stadt Tripoli hat es am Samstag schwere Auseinandersetzungen zwischen Soldaten und bewaffneten Islamisten gegeben. Ein Islamist und ein zwischen die Fronten geratener Zivilist wurden getötet, wie ein Sicherheitsbeamter mitteilte.
Bei Racheaktionen gegen die Armee starben zudem sechs Soldaten. Die Al-Nusra-Front, der syrische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, drohte am Sonntag mit der Ermordung gefangener libanesischer Soldaten.
Die Zusammenstöße im Basar der Altstadt von Tripoli hatten am Freitagabend begonnen. Der Basar gilt als Touristenattraktion und wird als mögliche Welterbestätte der UNO-Kulturorganisation UNESCO gehandelt. Am Samstag begann die Armee mit einer Offensive gegen die Islamisten, die sich dort verschanzten. Die Armee versuchte, Familien in Sicherheit zu bringen, die in dem Basar eingeschlossen waren. Viele Geschäfte brannten im Zuge der Kämpfe nieder. Unter den mehr als 20 Verletzten war auch ein libanesischer Journalist.
In einer am Samstagabend veröffentlichten Erklärung der Armee hieß es, die Soldaten hätten ihren Einsatz beendet, mehrere bewaffnete Männer festgenommen und die bei ihnen gefundenen Waffen sowie Munition und Sprengstoff beschlagnahmt. Ein Sicherheitsbeamter sagte der Nachrichtenagentur AFP zudem, bewaffnete Männer hätten einen Soldaten verschleppt.
Als Reaktion auf die Offensive der Armee gab es rund um Tripoli Angriffe auf Armee-Einheiten, bei denen sechs Soldaten getötet wurden. Den Islamisten war es gelungen, sich in den Stadtteil Bab al-Tabbaneh zurückzuziehen, wo es nach Berichten eines AFP-Reporters am Sonntag gewaltsame Auseinandersetzungen gab. Zusammenstöße wurden auch aus Bahneen, nördlich von Tripoli, gemeldet.
Die syrische Al-Nusra-Front forderte die libanesische Armee auf, ihren Einsatz gegen militante Islamisten zu beenden. „Wir warnen die libanesische Armee vor jeglicher militärischer Eskalation gegen Sunniten in Tripoli“, hieß es in einer Erklärung der Gruppe am Sonntag. Andernfalls würden die libanesischen Soldaten getötet, die in der Hand der Gruppe sind.
Die Al-Nusra-Front sowie die rivalisierende Jihadistengruppe „Islamischer Staat“ (IS) hatten bei Kämpfen rund um die libanesische Stadt Arsal an der Grenze zu Syrien im August rund 30 Soldaten und Polizisten aus dem Libanon in ihre Gewalt gebracht. Der IS hat bereits zwei der Gefangenen hingerichtet.
Die Al-Nusra-Front hatte als Bedingung für die Freilassung der Gefangenen zunächst ein Ende der Unterstützung der schiitisch-libanesischen Hisbollah-Miliz für den syrischen Staatschef Bashar al-Assad sowie eine Freilassung von Islamisten im Libanon gefordert. Beides lehnte die libanesische Regierung bisher ab.
Seit Beginn des Bürgerkriegs im Nachbarland Syrien hat es auch im Libanon immer wieder Zusammenstöße zwischen sunnitischen Aktivisten und schiitischen Alawiten gegeben. Während die Sunniten mit den syrischen Rebellen sympathisieren, unterstützen die Alawiten die Führung um Assad. Auch Tripoli war immer wieder Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen. Es war jedoch das erste Mal, dass die Kämpfe den historischen Basar in der Altstadt erreichten.
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