Der Machtkampf um den Jemen

Sanaa (APA/dpa) - Seit Wochen wird die jemenitische Hauptstadt Sanaa von schiitischen Houthi-Rebellen dominiert, Regierung und Militär bleib...

Sanaa (APA/dpa) - Seit Wochen wird die jemenitische Hauptstadt Sanaa von schiitischen Houthi-Rebellen dominiert, Regierung und Militär bleiben machtlos. Nun nützen immer mehr Jihadisten die Machtlücke. Im Folgenden ein Überblick:

Die HOUTHIS sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Als Anhänger der Saiditen sind sie sowohl unter den Schiiten als auch unter den im Jemen dominierenden Sunniten eine Minderheit. Ihren Namen verdanken sie Hussein al-Houthi, der aus der Gruppe eine politische Bewegung formte. Mit Beginn des Arabischen Frühlings 2011 wurden die Houthis als politische Kraft im Kampf gegen Korruption und Günstlingswirtschaft in dem armen Land wahrgenommen. Im vergangenen September eroberten rund 30.000 Houthi-Kämpfer die Hauptstadt.

PRÄSIDENT ABED RABBO MANSOUR HADI versucht, mit und an den Houthis vorbei zu regieren. Nach Aufforderung durch die Houthis hat er die Regierung aufgelöst und den jemenitischen UNO-Botschafter Khaled Mahfouz Bahah zum neuen Premierminister ernannt. Zugleich bittet er im Konflikt mit den schiitischen Rebellen international um Hilfe.

AL-KAIDA AUF DER ARABISCHEN HALBINSEL (AQAP) ist einer der größten Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerks. Die sunnitischen Extremisten nützen den instabilen Jemen als Rückzugsort und Rekrutierungsbecken neuer Kämpfer. Vor allem im Süden verüben die Jihadisten immer wieder Anschläge auf das Militär.