Renzi kritisiert Gegner seiner Arbeitsmarktpolitik
Rom/Florenz (APA/AFP) - Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hat Kritiker an der von ihm geplanten Umgestaltung des Arbeitsmarkts...
Rom/Florenz (APA/AFP) - Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hat Kritiker an der von ihm geplanten Umgestaltung des Arbeitsmarkts mit grantigen Pensionisten verglichen. Wenn Bauarbeiten begännen, gebe es sofort eine „Versammlung von Pensionären“, die den Kopf schüttelten und befänden, dass es so nicht gehe, sagte Renzi am Sonntag in Florenz.
Ihre Haltung sei: „Das kriegen wir nicht hin.“ Natürlich bekämen sie es dann nicht hin. Der 39-jährige Renzi äußerte sich in Florenz, wo er in den vergangenen fünf Jahren Bürgermeister war. Er nahm direkt Bezug auf Artikel 18 im italienischen Arbeitsrecht aus dem Jahr 1970. Dieser sieht vor, dass Beschäftigte in Betrieben mit mehr als 15 Mitarbeitern bei ungerechtfertigter Entlassung wieder eingestellt werden müssen.
An einem Gesetz von 1970 festzuhalten sei dasselbe wie ein iPhone in die Hand zu nehmen und zu fragen: „Wo kommt die Münze rein?“ Genauso könnte man versuchen, in eine Digitalkamera einen Film einzulegen.
Am Samstag hatten bis zu eine Million Menschen in Rom gegen die von Renzi nach US-Vorbild „Jobs Act“ genannten Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft protestiert. Die Wut der überwiegend jungen Demonstranten richtete sich vor allem gegen Renzis Plan, den Kündigungsschutz zu lockern. Die Arbeitslosenquote unter Jugendlichen in Italien liegt amtlichen Angaben zufolge bei 44,2 Prozent.
Zu der Massenkundgebung hatte Italiens größte Gewerkschaft CGIL aufgerufen. Sie steht Renzis Demokratischer Partei(PD) nahe. Doch Renzis Projekt zur „Flexibilisierung“ der Arbeit ist auch innerhalb seiner eigenen Partei umstritten. Das Abgeordnetenhaus muss über die Pläne noch befinden. Die CGIL-Chefin Susanna Camusso kündigte bei der Kundgebung am Samstag für den 8. November den nächsten Aktionstag an.
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