Seehofer schließt erneute Kandidatur bei Landtagswahl 2018 nicht aus
München (APA/AFP) - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) schließt entgegen früherer Ankündigungen eine erneute Kandidatur bei der ...
München (APA/AFP) - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) schließt entgegen früherer Ankündigungen eine erneute Kandidatur bei der Landtagswahl im Jahr 2018 nicht mehr aus. „Ich habe das große Ziel, dass wir in der CSU einen geordneten Generationenübergang hinbekommen“, sagte Seehofer dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ vom Sonntag.
„Aber ich wüsste auch, was ich zu tun hätte, wenn kein ordentlicher Übergang gewährleistet wäre“, fügte er hinzu. Hintergrund der überraschenden Äußerung des CSU-Chefs sind den Angaben zufolge anhaltende Spannungen zwischen Seehofer und Söder. Der bayerische Finanzminister wird neben Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner seit längerem als möglicher Nachfolger für das Amt des Regierungschefs in dem Freistaat gehandelt. Bisher hatte Seehofer stets betont, nur noch bis 2018 im Amt bleiben zu wollen.
Dem Bericht zufolge kanzelte Seehofer Söder kürzlich in der Sitzung des bayerischen Kabinetts ab, allerdings ohne den Finanzminister beim Namen zu nennen. „Das dauernde Reingrätschen erschwert das Geschäft für alle“, sagte Seehofer laut Teilnehmern. Belastet ist das beiderseitige Verhältnis schon seit längerem: Vor zwei Jahren hatte Seehofer seinen Finanzminister bei einer Weihnachtsfeier wegen „zu vieler Schmutzeleien“ öffentlich gerügt.
Seehofers offenbarer Sinneswandel könnte nun die Nachfolge-Debatte in der CSU erneut anfachen. In der „Bild“-Zeitung (Montagsausgabe) meldete sich CSU-Vize Peter Ramsauer zu Wort und forderte Seehofer auf, Gedankenspiele über eine weitere Amtszeit aufzugeben. „Die Stimmung an der Parteibasis ist klar: Sie will einen Wechsel zur nächsten Wahl, so wie es auch bisher von Seehofer selbst vertreten wurde“, sagte Ramsauer. Er sei in den zurückliegenden Wochen in vielen Kreisverbänden unterwegs gewesen. Eine andere Botschaft sei den Mitgliedern nun nicht mehr zu vermitteln.
Das Verhältnis Ramsauers zu Seehofer gilt als schwierig. Der ehemalige Verkehrsminister der schwarz-gelben Koalition schaffte es nach der Bundestagswahl im vergangenen Jahr nicht erneut ins Kabinett. Dem Vernehmen nach ging das Ressort seinerzeit auf Betreiben Seehofers an den damaligen CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt.
Auch in der SPD sorgte Seehofers Ankündigung für Irritation. Der Vorsitzende der bayerischen SPD-Landesgruppe im Bundestag, Martin Burkert, zeigte sich in der „Welt“ (Montagsausgabe) „verwundert“. Sein Rat an die CSU sei, „in der großen Koalition mit anzupacken und nicht durch Personaldiskussionen von den wichtigen politischen Entscheidungen abzulenken“, sagte Burkert. Machtkämpfe in der CSU seien „belastend für die Koalition in Berlin“.
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