Junger Mann stirbt bei Protest gegen Staudamm in Frankreich

Albi (APA/AFP) - Bei Protesten gegen einen Staudamm in Südwestfrankreich ist in der Nacht zum Sonntag ein Demonstrant ums Leben gekommen. De...

Albi (APA/AFP) - Bei Protesten gegen einen Staudamm in Südwestfrankreich ist in der Nacht zum Sonntag ein Demonstrant ums Leben gekommen. Der 21-Jährige starb bei Zusammenstößen zwischen Polizisten und Protestteilnehmern, wie die Organisatoren der Demonstration im Verwaltungsbezirk Tarn am Sonntag mitteilten.

„Wir behaupten nicht, dass die Polizei einen Demonstranten getötet hat, aber ein Augenzeuge sagte, der Tod sei während der Zusammenstöße erfolgt“, sagte ein Sprecher der Initiative, Ben Lefetey. Der Staatsanwalt der Stadt Albi, Claude Dérens, sagte bei einer Pressekonferenz am Sonntagnachmittag, es sei derzeit „unmöglich“, die Todesursache des 21-Jährigen zu bestimmen.

Zunächst hatten am Samstag rund 2000 Menschen friedlich gegen das Staudammprojekt Sivens demonstriert. Gegen zwei Uhr nachts kam es zu Krawallen. Nach Polizeiangaben feuerten „100 bis 150 vermummte Anarchisten“ Brandsätze auf die Beamten. Diese setzten Tränengas, Blendgranaten und Gummigeschosse ein. Sieben Polizisten seien verletzt worden.

Unter den Demonstranten waren auch prominente Umweltschützer wie der Chef der französischen Linkspartei, Jean-Luc Melenchon, und der EU-Abgeordnete Jose Bove. Der seit dem 1. September im Bau befindliche Staudamm soll der Bewässerung der landwirtschaftlichen Nutzflächen dienen. Die Gegner des Großprojekts kritisieren, dass davon lediglich Großbetriebe profitierten, die eine intensive Landwirtschaft betreiben.