Entgeltliche Einschaltung

Tod vor 19 Jahren: Suche nach tödlichen Arzneien

Wurden zwei Tiroler vor 19 Jahren mit Medikamenten vergiftet? Diese Frage sollen jetzt Toxikologen beantworten.

  • Artikel
Symbolbild.
© Keystone

Von Thomas Hörmann

Entgeltliche Einschaltung

Innsbruck –Der Tod einer betagten Tirolerin und ihres damals rund 60-jährigen Sohnes im Jahr 1995 beschäftigt weiter die Ermittlungsbehörden: „Wir haben ein toxikologisches Gutachten in Auftrag gegeben“, bestätigt Staatsanwalt Hansjörg Mayr auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung.

Wie berichtet, prüfen Landeskriminalamt und Anklagebehörde, ob ein Innsbrucker Arzt für den Tod der beiden verantwortlich war. Mutter und Sohn starben damals innerhalb weniger Wochen. Das mögliche Motiv für ein Verbrechen: ein Mietzinshaus in Wien, das der Mediziner von seinen Patienten erbte. Der Arzt hat sich nach der ersten Einvernahme vor etwa drei Wochen das Leben genommen. Ob sein Suizid mit den Ermittlungen zusammenhing, ist unklar.

Ausgelöst wurden diese Ermittlungen durch einen Hinweis, demzufolge der Tod der Tiroler vor 19 Jahren kein natürlicher gewesen sein soll. Der Hinweis war für die Staatsanwaltschaft ausreichend schlüssig, um eine Exhumierung der sterblichen Überreste zu veranlassen. Gerichtsmediziner suchen jetzt nach Substanzen bzw. Medikamenten in den Skeletten, die den Tod verursacht haben könnten. Nach dem Ableben des Arztes eigentlich eine Fleißaufgabe: „Aber da die Exhumierung schon vorher stattgefunden hat, wollen wir jetzt auch wissen, was damals geschah“, erklärt Staatsanwalt Mayr.

Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Krankenakten der Verstorbenen. Und zwar dann, wenn die Gerichtsmediziner Medikamente finden, die nicht zum Krankheitsverlauf der Mutter bzw. ihres Sohnes passen.

Ohne auf den konkreten Fall einzugehen, dämpft Richard Scheithauer, Leiter der Innsbrucker Gerichtsmedizin, den Optimismus: „Eine derartige Untersuchung macht auch 19 Jahre nach dem Tod Sinn. Allerdings ist es keineswegs sicher, dass wir was rausfinden können. Es gibt Substanzen, die im Lauf der Zeit abgebaut werden. Und es gibt auch viele Substanzen, die die Jahre überdauern.“ Laut Scheithauer kann eine derartige ­toxikologische Untersuchung mehrere Monate dauern.


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung