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Suspendierter NÖ-Ermittler 2 - Wollte Geld von Ex-Frau verschleiern

Eisenstadt (APA) - Der 64-jährige einstige Chefermittler der Raubgruppe gab vor dem Schöffensenat an, dass er das Geld vom Sparbuch genommen...

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Eisenstadt (APA) - Der 64-jährige einstige Chefermittler der Raubgruppe gab vor dem Schöffensenat an, dass er das Geld vom Sparbuch genommen habe, um die Existenz des Geldes vor seiner Ex-Frau zu verschleiern. Er wollte ein Minus auf dem Konto haben, um späteren Forderungen zu entgehen. Das Geld hätte später für den Grundstückskauf dienen sollen, sei dann aber gestohlen worden.

„Das war meine Idee“, schilderte der 64-Jährige. Er habe 70.000 Euro auf seinem Sparbuch gehabt. Zu Hause in einer geheimen Lade eines Tisches habe er 200.000 Euro in bar gehabt - von seiner Ex-Frau aufgrund einer gütlichen Einigung. Dieses Geld habe sie ihm damals bar in die Hand gegeben. Seine nun ebenfalls angeklagte 51-jährige Ehefrau habe davon gewusst. Tresor habe es keinen gegeben, gab er zunächst an - seine zuvor einvernommene Ehefrau sprach jedoch davon - und von einem dazugehörigen Schlüssel, den ihr Mann habe.

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Die Ex-Frau des Angeklagten hatte drei Blanko-Unterschriften von ihm. Der einstige Chefermittler gab vor Gericht an, dass er geglaubt habe, dass seine Ex-Frau diese Unterschriften für spätere Ansprüche verwenden würde, sobald sie vom Kauf des Grundstücks erfahre. Deshalb sei nach und nach das Geld von seinem Sparbuch auf das Konto der Gattin eingezahlt worden. Sie hätte den Kauf abwickeln sollen, da sie mit dem Eigentümer ein besseres Verhältnis hatte, so der Angeklagte. „Ich hab mir damals keine Gedanken gemacht, dass da was passieren könnte“, meinte er von der Vorsitzenden Karin Knöchl darauf angesprochen, ob er vor allem aufgrund seiner Diensterfahrung, keine Bedenken hatte, seine Frau mit einem so hohen Geldbetrag - 97.800 Euro - alleine loszuschicken.

Er habe geglaubt, „der Bauer kriegt große Augen und wir haben das Grundstück“. Als seine Frau ihn am Tag des angeblichen Raubüberfalls anrief, sei das Gespräch kurz gewesen. „Sie hat angerufen und gesagt: Du, i bin überfoin worn. Mir is die Toschn gstuin woan.“ Er habe daraufhin gefragt, ob die Polizei schon verständigt sei. Als sie meinte „Jo, de is scho unterwegs“, habe er gesagt „I kumm sofuat“.

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Zu dem Zeitpunkt habe er von dem Schuss, der laut Gutachten kein Lärm- oder Knalltrauma hätte auslösen können (dies sei auszuschließen, so ein Sachverständiger, Anm.), noch nichts gewusst. „Hätte sie gesagt, die ganze Kohle ist weg, hätt i zum Rean (Weinen, Anm.) angfangen.“ Er habe damals gedacht, es sei ihr die Einkaufstasche gestohlen worden. „Mir war die wirkliche Tragweite, Frau Vorsitzende, wirklich nicht bewusst.“

Seine Ehefrau, die damals überfallen worden sein soll, gab vor Gericht an, dass sie niemanden bemerkt habe, der sie verfolgt hätte. Als sie kurz nach Hause kam, stand plötzlich ein Schwarzafrikaner auf der letzten Stufe vor der Eingangstür vor ihr. Er sei schwarz gekleidet gewesen und hätte „sehr stark gestunken“. An mehr könne sie sich nicht mehr erinnern. Der Mann soll an ihrer Handtasche gezogen haben, auch sie habe gezogen. Erst als er eine Waffe zückte, habe sie ausgelassen, sei gestolpert, dann fiel ein Schuss.

Von diesem Schuss sollen Nachbarn jedoch nichts mitbekommen haben. Auch Bauarbeiter sollen laut einem bereits als ersten Zeugen einvernommenen Polizisten nichts gehört haben.

Der Prozess wurde gegen 12.10 Uhr für eine Mittagspause unterbrochen und sollte am Nachmittag mit weiteren Zeugenbefragungen und einem weiteren Sachverständigengutachten fortgesetzt werden. Ob der Anklagepunkt des Amtsmissbrauchs noch am Montag behandelt wird, war zunächst nicht klar. Der Prozess ist für Montag und Dienstag dieser Woche, sowie für den 3. und 4. November angesetzt.


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