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US-Notenbank tagt zur Geldpolitik - Noch nicht bereit zur Zinswende?

Washington (APA/dpa) - Nach den jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten und neuen Sorgen über die Weltwirtschaft richten sich die Blicke a...

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Washington (APA/dpa) - Nach den jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten und neuen Sorgen über die Weltwirtschaft richten sich die Blicke auf die US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Die US-amerikanischen Währungshüter in der Hauptstadt Washington müssen am Mittwoch über ihre weitere Geldpolitik entscheiden.

Dabei müssen sie sich vor allem mit der Frage auseinandersetzen, wie lange der Fed-Leitzins noch auf seinem historisch niedrigem Niveau zwischen 0 und 0,25 Prozent bleiben soll. Auf diesem Rekordtief liegt er seit Ende 2008. Damals befand sich das Land in der schwersten Konjunkturkrise seit dem Zweiten Weltkrieg.

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Mittlerweile geht es der US-Wirtschaft erheblich besser. Als sicher gilt daher, dass die Fed ihre milliardenschweren Anleihekäufe zur Stützung der Konjunktur von November ganz einstellen will und dies in ihrer schriftlichen Erklärung nach der zweitägigen Sitzung mitteilt. Der Erwerb von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren wurde bereits seit Jahresbeginn von ursprünglich 85 Mrd. Dollar (67 Mrd. Euro) in regelmäßigen Schritten zurückgefahren.

Die Maßnahme, mit der gewaltige Geldsummen in die Wirtschaft gepumpt wurden, sollte helfen, den langfristigen Zins zu drücken. Günstige Kredite sollten Unternehmen zum Investieren und Bürger zum Hauskauf ermuntern.

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Das Ende des Programms würde bedeuten, dass die Fed erstmals sei mehr als drei Jahren keine langfristigen Anleihen mehr zur Stützung der Konjunktur erwirbt. Drei aufeinanderfolgende Hilfsprogramme haben die Bilanzsumme der Bank auf rund 4,5 Bill. Dollar aufgeblasen. Damit ist sie fünfmal so groß wie 2007.

Wegen der neuen Unsicherheiten in der Weltwirtschaft erwarten Analysten von der Fed weiterhin keine klaren Angaben zur künftigen Zinsentwicklung. Einige Experten hatten noch bei der letzten Sitzung im September erwartet, dass sie den Hinweise auf eine beschleunigte Normalisierung der Geldpolitik geben würde. Doch seitdem haben sich einige Wirtschaftsdaten eingetrübt. Zudem liegt die US-Inflation bei 1,5 Prozent und damit unter dem Zielwert von 2,0 Prozent.

Manche Mitglieder des verantwortlichen Fed-Offenmarktausschusses hatten zudem jüngst zur Vorsicht gemahnt, was eine vorzeitige Anhebung anbelangt. Bisher wird gemeinhin mit einer Erhöhung frühestens Mitte 2015 gerechnet. Solange die Fed in ihrer schriftlichen Erklärung von einer „beträchtlichen Zeit“ bis zur Zinsanhebung spricht, dürfte sich an der Einschätzung wenig ändern.

~ WEB http://www.federalreserve.gov/ ~ APA443 2014-10-28/16:37


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