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Flüchtlinge - Der Weg nach Österreich führt noch immer über Ungarn

Wien (APA) - In wackeligen Holzbooten ohne Motor hilflos vor Lampedusa treibende Menschen und Flüchtlingskatastrophen mit Hunderten Toten - ...

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Wien (APA) - In wackeligen Holzbooten ohne Motor hilflos vor Lampedusa treibende Menschen und Flüchtlingskatastrophen mit Hunderten Toten - wer heute an Migration denkt, denkt die Tragödie im Mittelmeer meist automatisch mit. Doch obwohl die Route von Libyen über Italien an den Brenner zuletzt an Bedeutung gewann, reisen viele Flüchtlinge weiterhin via Ungarn, Tschechien oder die Slowakei nach Österreich.

Dies zeigen auch die Zahlen des aktuellen BKA-Schlepperberichts für Österreich. Von insgesamt 352 im Jahr 2013 aufgegriffenen Schleppern, stammte die überwiegende Mehrheit, nämlich 71, aus Ungarn. Auf Platz zwei und drei folgen mit 31 bzw. 29 aufgegriffenen Staatsangehörigen die Türkei und Österreich.

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In Ungarn endet die sogenannte westliche Balkanroute, die Flüchtlinge von Istanbul aus entweder über Bulgarien und Rumänien oder über Griechenland, Mazedonien und Serbien an die österreichische Grenze bringt. Über die „östliche Grenzroute“ reisen vorwiegend Flüchtlinge aus den Teilstaaten der Russischen Föderation - etwa Tschetschenen - via Weißrussland und der Ukraine über Polen und Tschechien bzw. die Slowakei nach Österreich.

Während die „östliche Grenzroute“ zuletzt zunehmend an Bedeutung verloren habe, sei die „westliche Balkanroute“ für Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Pakistan, dem Iran und Irak wie auch kleinere Gruppen aus Ostafrika, weiterhin sehr aktuell, erklärte Herbert Langthaler von der Asylkoordination Österreich kürzlich auf einer Tagung zu Schlepperei und Fluchthilfe in Wien.

In die Türkei kommen sie auf der „Östlichen Mittelmeerroute“, die von Pakistan und Afghanistan durch den Iran in das Grenzgebiet zur Türkei führt. Ein Teil von ihnen entscheidet sich statt für die „westliche Balkanroute“ dann auch für den Seeweg nach Italien oder von der Türkei durch die Ägäis nach Griechenland.

„Vor allem die Routen von afghanischen Flüchtlingen nach Österreich sind gut dokumentiert“, sagte Langthaler. Denn für sie entspräche „die Schlepperei am ehesten dem Modell einer Dienstleistung, vergleichbar mit einem Reisebüro“. Sie hätten daher auch keine Angst von ihren Erlebnissen zu berichten.

Anders stelle sich die Situation auf der berüchtigten „zentralen Mittelmeerroute“ von Libyen auf dem Seeweg ins italienische Lampedusa oder nach Malta dar. Hier werde „zumindest ein Teil tatsächlich von hochkriminellen Strukturen geschleppt“, die Flucht nehme „oft den Charakter von Menschenhandel an“, so Langthaler. Dabei seien sich die Flüchtlinge des Risikos meist bewusst, würden sich „aber aufgrund des Drucks, der auf ihnen lastet“, dennoch dafür entscheiden.

Der Schlepperbericht des Bundeskriminalamtes listet die Kosten für eine Flucht mit 5.000 - 9.000 Euro auf. Durch die zunehmende Zahl von - meist vergleichsweise wohlhabenden - syrischen Flüchtlingen, fielen die Kosten heute aber oft auch höher aus, erklärte Langthaler. Nicht selten hätten ihm Asylsuchende von 10.000 - 15.000 Euro pro Person berichtet.

Beglichen wird die Summe meist erst, wenn der Geschleppte im Zielland angekommen ist: Generell werden rund zehn Prozent als Anzahlung verlangt, der Rest erst am Ende überwiesen oder bei einer Mittelsperson deponiert, der beide Seiten vertrauen.

Eine solch „garantierte Flucht“, bei der die Menschen von einem Schlepper zum nächsten weitergereicht werden, können sich laut Langthaler jedoch nur wenige leisten. „Auf der Route vom Iran über die Türkei nach Europa sind Zigtausende unterwegs. Informationen über Fluchtwege, Gefahren und Möglichkeiten machen schnell die Runde“, betonte er.

Die Unterstützung durch Schlepper erfolge meist nur an neuralgischen Punkten. Etwa um die Grenze zwischen dem Iran und der Türkei zu überqueren, wo Flüchtlinge von terroristischen Gruppen berichtet hätten, die Menschen gekidnappt und ihnen Geld abgepresst hätten. Oder in der Sahara zwischen Mali und Algerien, wo Überfalle auf Migranten ebenfalls häufig sind.

Eine andere Möglichkeit ist die Einreise mit gefälschten Papieren und Visa per Flugzeug, etwa direkt von Istanbul nach Wien. Dafür würden aber mindestens 15.000 Dollar fällig, sagte Langthaler. Was sich der überwiegende Großteil derer, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, freilich nicht leisten kann.

(Grafik 1282, Format 88 x 83 mm)


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