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Kein fauler Zauber: Magische Sprüche für Unterricht „aufbereitet“

Graz (APA) - Zaubersprüche wurden im Mittelalter häufig eingesetzt - etwa um Wunden zu heilen, den Teufel auszutreiben oder das Liebesglück ...

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Graz (APA) - Zaubersprüche wurden im Mittelalter häufig eingesetzt - etwa um Wunden zu heilen, den Teufel auszutreiben oder das Liebesglück perfekt zu machen. Magische Formeln und Beschwörungen waren damals durchaus Teil des Alltagswissens. Silvia Madl hat im Rahmen ihrer Masterarbeit am Institut für Germanistik der Uni Graz Beispiele aufgearbeitet, erklärt und als Unterrichtsmaterial online bereitgestellt.

Es muss ja nicht gleich ein „Cruciatus“ wie aus Harry Potter bekannt sein, um sich auf das Thema einzulassen: „Harry Potter ist bei den Kindern überaus beliebt, Esoterik und Okkultismus boomen, das Thema Zaubersprüche ist also auch in der Gegenwart relevant. Wir wollen Schülern und Schülerinnen zeigen, wie Beschwörungsformeln funktionieren sollen, und dazu anleiten, diese Phänomene kritisch zu betrachten“, erklärte Madl.

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Das im Mittelalter weitverbreitete Wissen wurde zumeist mündlich weitergegeben, vieles ist aber auch etwa als Randnotizen von Handschriften oder sogar in Geheimbuchstaben überliefert, wie es in einer Aussendung der Uni Graz hieß. Madls Unterrichtsmaterial für Lehrkräfte enthält Informationen zu den mittelalterlichen Texten und ihrer damaligen Verwendung sowie Anregungen für den Einsatz im Klassenzimmer. Für die Schüler gibt es Beispiele, Videos, Vertonungen, Faksimiles aus den Handschriften und Aufgaben, die gleich am Computer, am Tablet oder am Smartphone ausgeführt werden können.

Anhand der Materialien wird erklärt, nach welchem Schema die Zaubersprüche aufgebaut sind und welcher Logik sie gehorchen. „Es gibt meist klare Handlungsanweisungen, etwa, dass man ein Gebet sprechen oder den Namen des vermuteten Diebes auf einen Stein schreiben und bei Vollmond vergraben soll, um ihn zu stellen“, so Madl. „Diese magischen Formeln werfen auch gleich Diskussionen über die Wirksamkeit auf und regen an, auch aktuelle esoterische Methoden zu hinterfragen“, so die Germanistin.

In sechs Modulen zu unterschiedlichen Themen (Heilung, Diebstahl, Gefangenschaft, Teufel, Identität, Liebe, Wetter), in denen insgesamt acht mittelalterliche Zaubersprüche behandelt werden, sollen die Schüler ein besseres Verständnis für Zauberei im Mittelalter sowie in der Gegenwart erlangen und dadurch auch die damalige Zeit besser verstehen.

Entstanden ist die Abschlussarbeit aus einem Seminar bei Wernfried Hofmeister und in enger Kooperation mit Spezialisten der Fachdidaktik. „Das Unterrichtsmaterial ist bereits erfolgreich erprobt und kann fächerübergreifend für verschiedene Altersstufen eingesetzt werden“, so Hofmeister. Das Thema Zaubersprüche streift neben Deutsch und Geschichte etwa auch Religion, Philosophie oder Kunst. Ihren Erfahrungen nach sei es besonders gut geeignet für die zweite bis vierte Klasse der Unterstufe. „Die haben sehr positiv darauf reagiert“, sagte Madl zur APA.

( S E R V I C E - Die Arbeitsunterlagen sind unter http://gams.uni-graz.at/o:lima.zaubersprueche abrufbar. )


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