Bootsuntergang im Bosporus: Flüchtlingskinder ertrunken
Nach einem Bootsuntergang im Bosporus wurden 24 Leichen aus dem Wasser gezogen. Die meisten von ihnen sind Kinder. Viele werden noch vermisst.
Istanbul – Nach dem Untergang eines mutmaßlichen Flüchtlingsboots vor Istanbul sind Medienberichten zufolge 24 Leichen aus dem Bosporus geborgen worden. Die meisten Toten seien Kinder, zitierte die Zeitung Hürriyet am Montag auf ihrer Website Mitarbeiter der Rettungskräfte. Nach Angaben des türkischen Senders NTV wurde davon ausgegangen, dass sich etwa 40 Flüchtlinge an Bord des Schiffs befunden haben. Das Boot sei in der Nähe der Mündung des Bosporus in das Schwarze Meer gesunken.
Nach Angaben der Zeitung sind an der Rettungsaktion sieben Boote der Küstenwache, ein Hubschrauber sowie eine Sondereinheit an Tauchern beteiligt. Die Retter werden von Fischern unterstützt. „Diese Leute (die Schmuggler, Anm.) sollten sich vor einem Kriegstribunal verantworten. Da sind Baby-Körper im Wasser getrieben. Wir haben es nicht geschafft, sie herauszuziehen“, zitiert Hürriyet einen der Fischer, der die grauenhafte Szenerie als einer der ersten erreichte. Demnach hätten alle Leichen Schwimmwesten getragen.
Viele Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten versuchen über die Türkei in die Europäische Union zu gelangen. Häufig sind sie auf unsicheren und überfüllten Booten unterwegs. Der Bosporus ist eine der am meisten genutzten Wasserstraßen der Welt, über die unter anderen russische Öllieferungen und andere Rohstoffe transportiert werden. An beiden Seiten der Meerenge liegt die Millionenmetropole Istanbul. (APA/Reuters, tt.com)