Standort Tirol

Gletscherbahn hängt mit neuem Projekt in der Luft

© Denise Daum

Mit einer Anhäufung von Sturm-Sperrtagen hat der Stubaier Gletscher zu kämpfen. Für die neue Bahn wartet man auf die politische Weichenstellung.

Von Denise Daum

Neustift –Eine ungewöhnliche Häufung von sturmbedingten Schließtagen verzeichnet der Stubaier Gletscher in der noch jungen Wintersaison. Seit Anfang Oktober musste an sechs Tagen der Bahnbetrieb eingestellt werden. „Dadurch fehlen uns rund 25.000 Ersteintritte und ein Umsatz von 700.000 Euro“, rechnet Reinhard Klier, Vorstandsvorsitzender der Wintersport Tirol AG, vor. Die laufenden Kosten würden sich an einem Sperrtag hingegen nicht reduzieren. Klier sieht in dieser Häufung von Sperrtagen noch viel weitreichendere Konsequenzen: „Kommen so wie diese Woche Montag und Dienstag zwei Sturm-Sperrtage in Serie, besteht die Gefahr, dass einerseits Gäste abreisen und andererseits Gäste gar nicht erst anreisen.“

Für Klier belegen die Schließtage einmal mehr die Notwendigkeit der geplanten Dreiseilumlaufbahn (3S-Bahn), die deutlich sturmresistenter sei. „Mit der 3S-Bahn hätten wir nur zwei Sperrtage gehabt“, erklärt Klier. Mit dem Projekt, das auch eine Verlegung der Talstation vorsieht, hängt der Gletscher-Chef jedoch seit Längerem in der Luft. Nachdem zwei Stützen der geplanten Bahn im Landschaftsschutzgebiet stehen, brauche es eine Entscheidung der Landesregierung. Und die steht nach wie vor aus. „Dabei wäre das Projekt eigentlich im Regierungsabkommen verankert“, wie Klier betont.

Das Projekt werde geprüft, erklärt LHStv. Ingrid Felipe auf Nachfrage der TT. „Es wurde bereits im Naturschutzbeirat diskutiert, der das vorliegende Projekt kritisch sieht“, so Felipe weiter.

Die geplante Verlegung der Talstation mit einer neuen 3S-Bahn würde mit 55 Millionen Euro die größte Investition in der Firmengeschichte darstellen. Die Arbeiten hätten Reinhard Klier zufolge bereits im Sommer beginnen sollen, die Fertigstellung wäre für den Herbst 2016 vorgesehen gewesen.

Der Obmann des Tourismusverbands Stubai Sepp Rettenbacher stuft die Lage aufgrund der Sperrtage als prekär ein: „Wir brauchen die neue 3S-Bahn ganz dringend. Bei mir sind diese Woche Gäste abgereist, nachdem sie zwei Tage hintereinander nicht Skifahren konnten.“