Gesellschaft

Zusammenarbeit über die Grenzen hinaus

© Albin Ritsch

In St. Johann fand das erste „Nahtstellentreffen“ für Zusammenarbeit von Medizin, Pflege, Therapie und sozialen Einrichtungen statt.

St. Johann i. T. –Eine möglichst effektive Zusammenarbeit und Vernetzung der medizinischen, pflegerischen, therapeutischen und sozialen Einrichtungen im Bezirk Kitzbühel und in den angrenzenden Bezirken: So lautete das Ziel des ersten „Nahtstellentreffens“ am Mittwoch in St. Johann.

Patienten können immer früher aus dem Krankenhaus entlassen, wichtige Therapiemaßnahmen im ambulanten Bereich fortgesetzt werden. Für die Patienten selbst, Angehörige und Pflegende ist diese Entwicklung jedoch auch mit Herausforderungen verbunden. Denn sehr viele Institutionen und Betreuungseinrichtungen sind in die Versorgung der Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt involviert.

Hier kann das seit Mai installierte Entlassungsmanagement (EM) am Bezirkskrankenhaus St. Johann Hilfestellung leisten: In dieser neuen Abteilung laufen die Fäden der unterschiedlichen Dienste und Institutionen zusammen, Aufgaben werden koordiniert, die zur Weiterversorgung der Patienten nach ihrem Krankenhausaufenthalt notwendig sind.

Um die Zusammenarbeit weiter zu verbessern, wurde jetzt das erste „Nahtstellentreffen“ organisiert. Erstmals trafen Vertreter verschiedenster Einrichtungen in der Pflege und Betreuung von Patienten (Systempartner) zusammen: Wohn- und Pflegeheime, Rettungsdienste, Sozialsprengel, Pflege-, Betreuungs-, Beratungs- und Hospizdienste, Rehabilitationseinrichtungen, Sozialabteilungen der Gemeinden, Ärzte und Therapeuten.

Barbara Pflauder, Entlassungsmanagerin am BKH St. Johann und Organisatorin dieses ersten Treffens, präsentierte ihre Abteilung als Schnittstelle zwischen Krankenhaus und Systempartnern. Für sie stand an diesem Abend der Aufbau der Vernetzung im Vordergrund.

Für Primar Norbert Kaiser, den ärztlichen Direktor des BKH, stellten das Entlassungs- und das Pflegemanagement eine ganz wesentliche Einrichtungen im Krankenhaus dar: „Nicht nur die Medizin wird immer besser, auch auf pflegerische Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft müssen wir entsprechend reagieren.“

Vorgestellt wurde im Rahmen des Treffens auch Brigitte Staffner, seit Mai neue Regionalbeauftragte der Tiroler Hospizgemeinschaft im Bezirk Kitzbühel. Von den derzeit zehn ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen im Bezirk werden zurzeit 19 Patienten betreut, 2013 wurden insgesamt 55 Menschen im Hospizdienst begleitet.

Die Zusammenarbeit soll übrigens nicht an den Bezirksgrenzen Halt machen: So nahmen am Treffen auch Vertreter von Institutionen aus den Bezirken Kufstein und Schwaz, aber auch aus dem benachbarten Pinzgau teil. Künftig sollen zwei Nahtstellentreffen pro Jahr stattfinden, das nächste im Mai 2015. Für die niedergelassenen Ärzte ist eine eigene Veranstaltung zum selben Themenkreis geplant. (TT)