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Asbest-Skandal: Prozess in Rom gegen Industriellen in letzter Instanz

Rom (APA) - Vor dem Kassationsgericht in Rom hat am Mittwoch der letztinstanzliche Prozess im „Asbest-Verfahren“ gegen den Schweizer Unterne...

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Rom (APA) - Vor dem Kassationsgericht in Rom hat am Mittwoch der letztinstanzliche Prozess im „Asbest-Verfahren“ gegen den Schweizer Unternehmer und Milliardär Stephan Schmidheiny begonnen. Dieser war im Juni 2013 in zweiter Instanz von einem Berufungsgericht in Turin zu 18 Jahren Gefängnis und Entschädigungszahlungen in Höhe von 90 Millionen Euro verurteilt worden.

Das Berufungsgericht hatte den Unternehmer des Todes von rund 3.000 Arbeitern und Anrainern der italienischen Eternit-Werke für schuldig befunden. Gegen das Urteil hatte Schmidheiny Rekurs beim Kassationsgericht, der letzten Instanz im italienischen Strafsystem, eingereicht.

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Rund 150 Familienangehörige von Asbest-Opfern versammelten sich vor dem Gericht in Rom. „Gerechtigkeit für die Eternit-Opfer“, war auf einem Spruchband zu lesen. An der Demonstration beteiligten sich auch Angehörige, die aus der Schweiz, aus Brasilien und aus Großbritannien angereist waren. Zu einem Urteil könnte es noch diese Woche kommen.

Nach Überzeugung des Turiner Berufungsgerichts verursachte Schmidheiny eine Umweltkatastrophe und missachtete Sicherheitsregeln in den seinerzeit vier italienischen Eternit-Fabriken. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelte es sich um den größten Prozess, der jemals in Zusammenhang mit der einstigen vermeintlichen Wunderfaser Asbest geführt wurde. Die italienische Niederlassung von Eternit ging 1986 Pleite - sechs Jahre, bevor Asbest in Italien verboten wurde.

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Wegen seiner hohen Hitze- und Feuerbeständigkeit und guten Isolationseigenschaften wurde vor allem Asbestzement lange in der Bauindustrie eingesetzt. Das Einatmen von Partikeln kann Lungenkrebs auslösen, die Symptome können noch nach 20 Jahren auftreten. 2005 wurde Asbest in Europa verboten, doch in Entwicklungsländern findet er Stoff weiterhin Verwendung.


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