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Weihnachtsoratorium „Asyl bei Freunden“ im Dom zu Klagenfurt

Klagenfurt (APA) - Unter dem Übertitel „Asyl bei Freunden“ hat am kommenden Mittwoch, dem 26. November, ein Weihnachtsoratorium von Ute Liep...

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Klagenfurt (APA) - Unter dem Übertitel „Asyl bei Freunden“ hat am kommenden Mittwoch, dem 26. November, ein Weihnachtsoratorium von Ute Liepold an einem ungewöhnlichen Ort Premiere. Das Theater „Wolkenflug“ von Ute Liepold und Bernd Liepold-Mosser hat den Dom zu Klagenfurt als Spielstätte auserkoren. Die Theatermacher suchen sich für ihre Produktionen immer wieder Orte, wo sonst nicht Theater gespielt wird.

Liepold macht Schicksale unbegleiteter asylsuchender Jugendlicher zum Thema und kontrastiert diese mit Texten aus Bachs Weihnachtsoratorium. An der Produktion wirken auch fünf jugendliche Asylwerber aus Afghanistan bzw. Syrien mit, die aktuell im Landesjugendheim Rosental (Bezirk Klagenfurt-Land) untergebracht sind. „Die Kinder werden nicht als Schauspieler benutzt, sie spielen einfach sich selber“, erklärte Liepold im Gespräch mit der APA.

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„Hier wird eine Herbergsuche mit echten Menschen gemacht“, erklärte Dompfarrer Peter Allmaier, der für das Zulassen einer Theaterproduktion im Altarraum des Doms aus eigenen Kreisen teils heftige Kritik hat einstecken müssen. Die echten Schicksale von Asylwerbern würden sich täglich aber auch vor den Augen Gottes abspielen, meinte dazu der Theologe. „Ich möchte bewusst einen Beitrag leisten, um das Klima in der Debatte um Asylfragen zu verbessern.“

Liepold möchte mit ihrem Stück in der Weihnachtszeit vor allem Fragen aufwerfen. „Ich habe allerdings keine Antworten“, sagte die Regisseurin. Das Thema erschöpfe sich jedenfalls nicht bloß im humanitären Anspruch. „Ich versuche auch, die Figur des Fremden im Eigenen zu suchen“, so Liepold. Im Zuge der Proben mit den asylsuchenden Jugendlichen sei sie auch schon auf etliche Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten gestoßen. „Das Spiel Schere-Stein-Papier gibt es auch in Afghanistan“, sagte die Theatermacherin.

„Das Fremde macht immer Angst“, sagte Pfarrer Allmaier. Die beste Form, diese Angst zu beseitigen, sei das Kennenlernen und darum gehe es in diesem Oratorium. „Wenn wir uns kennen, dann ist auch die Angst weg“, so Allmaier. Vorgelebt hätten das schon die vier jugendlichen Flüchtlinge. Obwohl Muslime, würden sie bei den Proben äußerst respektvoll mit dem Kirchenraum umgehen. „Sie haben uns bereits angenommen, jetzt ist es uns, sie anzunehmen“, sagte der Dompfarrer.

Insgesamt sieben Mal wird „Asyl bei Freunden“ im Dom zu sehen sein. Mitwirken werden unter anderem auch die Singschule Carinthia und Domorganist Klaus Kuchling.

(S E R V I C E - Weihnachtsoratorium „Asyl bei Freunden“, Theater „wolkenflug“, Konzept und Regie: Ute Liepold; Es spielen: Jutta Fastian, Gunda König und Markus Schöttl; Singschule Carinthia unter Apostolus Kallos; Orgel: Klaus Kuchling; Bühnenberatung: Wilfried Winkler; Video: Philip Kandler; Kostüme: Michaela Haag; Licht/Ton: Kristijan Rehsmann; Assistenz: Alina Zeichen. Premiere am 26. November um 19.30 Uhr im Dom zu Klagenfurt. Weitere Termine: 28., 29. November sowie 4., 6., 10. und 11. Dezember, jeweils um 19.30 Uhr. Dauer: ca. 80 Minuten)


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