Entgeltliche Einschaltung

Zeitung - USA planen erweiterten Militäreinsatz in Afghanistan

Kabul/Washington (APA/Reuters/AFP) - Die USA wollen sich einem Zeitungsbericht zufolge auch nach dem offiziellen Ende des Kampfeinsatzes im ...

  • Artikel
  • Diskussion

Kabul/Washington (APA/Reuters/AFP) - Die USA wollen sich einem Zeitungsbericht zufolge auch nach dem offiziellen Ende des Kampfeinsatzes im kommenden Jahr stärker militärisch in Afghanistan engagieren als ursprünglich geplant. US-Präsident Barack Obama habe einen entsprechenden geheimen Befehl für das Militär unterzeichnet, berichtete die „New York Times“ am Samstag.

Demnach sollen sich US-Soldaten für mindestens ein weiteres Jahr auch direkt an der Bekämpfung radikal-islamischer Taliban beteiligen, wenn eine Bedrohung für amerikanische Einheiten oder die afghanische Regierung bestehe. Möglich seien auch US-Luftangriffe zur Unterstützung des afghanischen Militärs sowie die Begleitung afghanischer Truppen bei Einsätzen gegen die Taliban.

Entgeltliche Einschaltung

Der Kampfeinsatz der NATO-Truppe ISAF in Afghanistan läuft zum Jahresende aus. Ab 2015 sollen deutlich weniger ausländische Soldaten im Land sein. Ihre Aufgabe soll sich auf die Ausbildung und Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte beschränken.

Im Mai hatte Obama erklärt, dass die US-Einheiten in Afghanistan im kommenden Jahr keine Kampfeinsätze mehr führten. Die verbleibenden rund 9.800 Soldaten sollten afghanische Einheiten schulen, aber auch die „Überreste der Extremisten-Gruppe Al-Kaida jagen“.

50 x € 100,- Heizkostenzuschuss zu gewinnen

TT-ePaper 4 Wochen gratis ausprobieren, ohne automatische Verlängerung

Die „New York Times“ machte keine Angaben dazu, ob die neue Anweisung des US-Präsidenten Auswirkungen auf die Truppenstärke am Hindukusch habe. Ein US-Regierungsvertreter sagte zu dem Bericht, der US-Kampfeinsatz in Afghanistan werde wie geplant im kommenden Jahr enden. Allerdings habe die Sicherheit der US-Soldaten erste Priorität, so dass es weiter Einsätze zur Selbstverteidigung und zur Unterstützung des afghanischen Militärs geben werde.

Zuletzt hat die Zahl der Taliban-Anschläge wieder zugenommen. Es wird bezweifelt, dass afghanische Armee und Polizei allein in der Lage sind, für Sicherheit in dem Land zu sorgen.

In Afghanistan sollen im kommenden Jahr auch bis zu 850 deutsche Bundeswehrsoldaten stationiert bleiben. Das deutsche Bundeskabinett hatte das Mandat für die Mission am Mittwoch beschlossen, der Bundestag muss noch zustimmen. Darin heißt es, die neue Mission sei „kein Kampfeinsatz“. Die deutsche Bundeswehr soll sich auf Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte konzentrieren. Zum Auftrag gehört aber auch die Sicherung von eigenen und anderen NATO-Kräften sowie von zivilen Helfern. Deswegen kann es laut Mandat auch künftig „Gefechtshandlungen“ geben.


Kommentieren

Entgeltliche Einschaltung