Der Schürzenjäger, der nie einer werden wollte

Die Hälfte der „Schürzenjäger“ stammt mittlerweile aus dem Oberland. Bassist Andy Marberger erholt sich daheim in Mieming vom Tourstress.

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Schürzenjäger-Bassist Andy Marberger – hier an der E-Gitarre – liebt es, wenn’s rockig wird.
© Schürzenjäger

Von Hubert Daum

Fronhausen –Sie waren die unumstrittene Nummer eins in der volkstümlichen Szene und Botschafter für das Zillertal in der ganzen Welt: die Zillertaler Schürzenjäger, die im Laufe ihrer Karriere auf den geographischen Teil des Bandnamens verzichteten. Das Ende der Kultband stürzte Tausende Fans ins Tal der Tränen. Die Wiedergeburt der Schürzenjäger vor rund drei Jahren wirbelte wesentlich weniger Staub auf. Sie war im Grunde die Weiterentwicklung der von Alfred Eberharter gegründeten Nachfolgeformation Hey-Mann-Band.

Als Andy Marberger vor rund fünf Jahren für ihn völlig überraschend von Eberharter angerufen wurde, war der Musiker, der ursprünglich in der Rockszene zuhause war, skeptisch: „Ich konnte mir nicht vorstellen, volkstümliche Musik zu machen.“ Doch seine Lebensgefährtin ermunterte ihn, „sich das doch anzuschauen“. Und so sollte der „Vorspielabend“ im Zillertal, der letztendlich bis in die Morgenstunden dauerte, das Leben des Wahlmieminger­s verändern. „Wir haben uns super verstanden und einigten uns sofort“, erinnert sich der Musiker, der für die Vibrationen in der Magengegend sorgt und seine Bassfertigkeiten auf dem Münchner Bassinstitut erlernt hat.

Für den 45-Jährigen war seit dem 14. Lebensjahr klar, dass die Musik sein Leben bestimmen würde. In den zahlreichen früheren Band-Projekten finden sich mit der Rockband Maniac und der Partyband CaraMia auch zwei Oberlandausflüge. Heut­e führen die „Ausflüge“ wesentlich weiter: Den Großteil der 70 bis 100 Konzerte im Jahr geben die Schürzenjäger in Deutschland. Mit dabei Gitarrist Georg Daviotis aus Telfs und Sänger Stevy Wilhelm aus Häselgehr. Somit sind die „Zillertalbotschafter“ halb in Oberländer bzw. Außerferner Hand. „Das Faszinierende auf der Bühne ist das Live-Spielen vor so vielen Menschen und der direkte Kontakt zum Publikum“, schwärmt Marberger, der die Live-Qualitäten der Band in den höchsten Tönen lobt; der Sound sei immer rockiger geworden.

Auch abseits der Bühne lassen ihn die Noten nicht in Ruhe: „Ich möchte meine Arbeit als Komponist forcieren.“ Gelegenheit dazu gibt das neue Album, das gerade entsteht und während der Winterpaus­e in Deutschland produziert wird, bis im März die Live-Tour wieder weitergeht. Man arbeite hart daran, die einstige Popularität wieder annähernd zu erlangen. „Das jährliche Open-Air in Finkenberg ist stetig gewachsen“, sieht der Bassist mit der Bryan-Adams-Stimme die Zukunft positiv, doch nun wird Weihnachten gefeiert, am Lärchen­weg in Fronhausen.

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