Verkehr

Wörgler Nordtangente: Bau vorerst gestoppt

© Spielbichler

Der Weiterbau der Umfahrung steht bis Frühjahr, weil ein benötigtes Grundstück blockiert ist. Die Pächterin verweist auf gültigen Vertrag.

Von Wolfgang Otter

Wörgl –Die Nordtangente ist immer für eine Überraschung gut – nicht nur die Finanzierung betreffend, sondern auch den Baufortschritt. Und für viele Diskussionen im Gemeinderat hat die Umfahrung ohnedies bereits schon gesorgt. So auch in der jüngsten Sitzung, als VP-Bürgermeisterin Evelin Treichl auf eine Ungereimtheit aufmerksam machte. Ihr war nämlich aufgefallen, dass auf einem für den Weiterbau des Straße benötigten Grundstück in der Ferdinand-Raimund-Straße immer noch ein alter Waggon steht.

Das Stadtbauamt bestätigte, dass es Schwierigkeiten gebe. Man habe das Grundstück vor drei Jahren von der Dorfinteressentschaft übernommen – eigentlich hätte es lastenfrei sein sollen. Aber die Pächterin wolle nicht weichen.

Ob dies berechtigt oder unberechtigt geschieht, könnte Gegenstand eines Rechtsstreites werden. Auf alle Fälle hat die Wörglerin die Stadt geklagt, wie im Stadtamt bestätigt wird. „Weil wir auf unserem Grundstück aufgeschüttet haben“, heißt es aus dem Stadtbauamt. Andererseits denkt man in der Stadt über eine Räumungsklage nach, obwohl dies eigentlich Aufgabe der Dorfinteressentschaft wäre. Gemeinderat Herbert Pertl (Unabhängiges Forum, UFW) warnte jedoch vor einer Klage: „Dann steht die Baustelle.“ Eine Räumungsklage könne sich nämlich lange hinziehen.

Die Sachlage um das Grundstück bzw. die Waggonblockade scheint verzwickt. Der Obmann der Dorfinteressentschaft Wörgl, Andreas Lenk, schiebt auf Nachfrage der TT die Schuld nämlich in Richtung Stadt. Demnach sei die für den Bau benötigte Fläche, die im Rahmen eines Grundtauschverfahrens an die Stadt übergangen sei, nicht klar definiert. „Die Stadt hat es bislang verabsäumt, die Fläche vermessen zu lassen“, weiß Lenk. Und das, obwohl er sie selbst darauf aufmerksam gemacht habe – „und die Stadtgemeinde ja selbst Mitglied in der Dorfinteressentschaft ist. Das hätte vor drei Jahren schon passieren sollen“, erklärt Lenk weiter, dann hätte die Frau das Grundstück schon lange geräumt.

Dem wird jedoch seitens des Stadtbauamtes widersprochen. Die Vermessung sei durchgeführt worden. Man habe der Frau sogar zugesagt, dass man ihr beim Umstellen des Waggons behilflich sei, denn es bleibe noch eine Restfläche für sie übrig.

Diese Zusage bestätigt auch Daniela Laner, Tochter der Pächterin, gegenüber der TT. Nur haben anscheinend weder Dorfinteressentschaft noch Stadtgemeinde den wichtigsten Punkt übersehen: „Wir haben einen aufrechten Pachtvertrag“, stellt die junge Wörglerin klar. So wie seit rund 35 Jahren. Und erst im September habe man überhaupt erfahren, welcher Teil des Grundstücks betroffen sei. Aber sie und ihre Familie seien an einer Problemlösung interessiert. Und man habe bereits diese Lösung ausgearbeitet. Zum einen betrifft dies die im Stadtbauamt angesprochene Verlegung des Waggons, zum anderen die Verlängerung des Pachtvertrags für das verbleibende Grundstück. Diesen Vertrag wolle man zuerst schriftlich sehen, bevor man die Fläche räume. Die Klage begründet Daniela Laner mit dem Umstand, dass man bereits eine Straßenumleitung auf dem Pachtgrund geduldet habe. Aber irgendwann sei es genug – dieser Punkt sei erreicht worden, als man mit der Aufschüttung begonnen hat.

Für Sie im Bezirk Kufstein unterwegs:

Theresa Aigner

Theresa Aigner

+4350403 2117

Michael Mader

Michael Mader

+4350403 3050

Wolfgang Otter

Wolfgang Otter

+4350403 3051