Reutte

Außerferner heizen den Kemptnern kräftig ein

3500 Jahrestonnen Außerferner Müll werden im Müllheizkraftwerk Kempten angeliefert.
© Ralf Lienert

Langfristige Lösung für die Müllentsorgung des Bezirkes gefunden. Vertrag mit ZAK wurde bis 2030 verlängert, die Müllpreise sinken.

Von Simone Tschol

Außerfern –Aufgrund des Müllnotstandes der Gemeinden in den 1990er-Jahren, wurde Mitte 1994 der Abfallwirtschaftsverband Bezirk Reutte (ABR) gegründet, welcher für eine geordnete Müll­entsorgung der Verbandsgemeinden sorgen sollte.

Zuerst wurde der Restmüll des Verbandes in Graslboden – oberhalb von Innsbruck – deponiert. Seit 1. Jänner 1998 wird er dem Zweckabfallverband Kempten (ZAK) zugeführt. Und dies wird auf lange Sicht so bleiben. „Bei der jüngsten Verbandsversammlung haben die Gemeinden des Abfallwirtschaftsverbandes die Vertragsverlängerung mit dem Zweckabfallverband Kempten bis 31. Dezember 2030 einstimmig beschlossen“, gibt der Weißenbacher Bürgermeister und Verbandsob­mann Hans Dreier bekannt.

Der Vertrag beinhalte die Anlieferung von Hausmüll (Restmüll), Sperrmüll, hausmüllähnlichem Gewerbeabfall, Rechengut, Siebresten, Altholz, Klärsand und Baustellenabfall ohne Bauschutt.

Dreier: „Im Vertrag bereits enthalten sind die Müllpreise für 2015 mit 93 Euro pro Tonne, 2016 sind es 91 Euro pro Tonne und 2017 89 Euro. Weiters enthält der Vertrag eine Meistbegünstigungsklausel, welche sicherstellt, dass der ABR ab 2018 die gleichen Preise wie die ZAK-Gemeinden erhält.“ Der ZAK betreibt in Kempten ein Fernwärmenetz und beliefert damit zahlreiche Gebäude der Stadt mit Fernwärme. Somit wird aus dem angelieferten Außerferner Müll Wärme für die Stadt Kempten erzeugt. Einen Teil des erwirtschafteten Ertrages aus der Fernwärme gibt der ZAK an den ABR in Form eines günstigen Mülltarifes wieder zurück.

Im ZAK-Verbandsgebiet fallen jährlich etwa 50.000 Tonnen Rest- und Sperrmüll sowie Gewerbeabfälle an. Die restlichen rund 30.000 Tonnen stammen von außerhalb.

„3500 Jahrestonnen werden aus dem Außerfern angeliefert. Eine verschwindend kleine Menge im Verhältnis zur Gesamtkapazität des Müllofens. Aber die ABR-Gemeinden tragen mit dem kurzen Transportweg nach Kempten auch zu einer Entlastung des Schwerverkehrs auf der Fernpassroute bei und sind somit umweltschonend auf dem Weg“, sagt Dreier, der anfangs klar für eine Tiroler Mülllösung war. „Heute bin ich froh, dass damals die Entscheidung für die Müllentsorgung nach Kempten gefallen ist.“

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