Verkehr

Gemeinden pochen auf Entlastung der Ortskerne

© Paumgartten

Die verkehrsgeplagten Dörfer des Wipptals fordern das Aus für die Brennermaut für regionale Betriebe und sammeln weiter Unterschriften.

Von Nikolaus Paumgartten

Matrei a. Br. –In Matrei am Brenner hatten die Initiatoren gewissermaßen ein Heimspiel – im Minutentakt poltern die schweren Lkw durch die enge Ortsdurchfahrt. Hier war das Sammeln der Unterschriften beinahe ein Selbstläufer, bei dem es so gut wie keine Überzeugungsarbeit gebraucht hat, zieht Florian Riedl vom Wirtschaftsbund Matrei eine erste Zwischenbilanz. Anfang November hat er gemeinsam mit anderen Mitstreitern einer Plattform dem Schwerverkehr in den Gemeinden den Kampf angesagt und sammelt seitdem Unterschriften.

Die Initiative besteht vorwiegend aus Wirtschaftstreibenden und Bürgern, die Bürgermeister der Region haben ihre uneingeschränkte Unterstützung zugesagt. Das zen­trale Anliegen: Den Schwerverkehr aus den Ortszentren im Wipptal zu bekommen. Und das soll mit einer Ersatzlösung für die bestehende Brennermaut gelingen.

Während in anderen Gemeinden zig Millionen Euro für den Bau von Umfahrungsstraßen und Tunneln ausgegeben werden, habe man hier im Wipptal die Umfahrung in Form der Autobahn direkt vor der Haustüre, sind sich die Ini­tiatoren einig. Allerdings sei die Autobahn mit ihrer Maut für regionale Betriebe alles andere als attraktiv – um nicht zu sagen wettbewerbsverzerrend. So könne beispielsweise ein Schotterunternehmen in Gries am Brenner nicht mit einem im Ötztal konkurrieren, wenn es da­rum gehe, Material nach Zirl zu führen, obwohl der Grieser die kürzere Strecke hat, rechnet Riedl vor. Um halbwegs konkurrenzfähig zu sein, sei der heimische Unternehmer gezwungen, die Route durch die Ortschaften zu nehmen, um damit der Brennermaut zu entgehen.

Die Sondermaut sei ein Preistreiber für Unternehmen und Kunden im Wipptal, aber auch im Stubaital, wie Schönbergs Bürgermeister Hermann Steixner betont. Kurz nach Bekanntwerden der Ini­tiative hätten sich zahlreiche Betriebe aus dem Stubai angeschlossen und ihre Unterstützung zugesagt. Nachdem die Diskussion rund um das sektorale Fahrverbot und Tempo 100 abgeflaut ist, sieht der Bürgermeister von Mühlbachl, Planungsverbandsobmann Alfons Rastner, nun gute Chancen, mit dem Thema die gewünschte Aufmerksamkeit zu erregen: „Die ganze Region zieht an einem Strang. Wir brauchen Lösungen.“ Wie diese aussehen könnten, das sollen sich die verantwortlichen Politiker überlegen. Man habe deshalb bewusst auf konkrete Lösungsvorschläge verzichtet.

Bis Weihnachten will die Gruppe vor allem noch Unterschriften in den Seitentälern und damit weniger vom Verkehr betroffenen Gemeinden sammeln. Man setze auf die Solidarität der anderen Ortschaften, um im Jänner ein achtbares Ergebnis präsentieren zu können.

Für Sie im Bezirk Innsbruck unterwegs:

Michael Domanig

Michael Domanig

+4350403 2561

Hannah Purner

Hannah Purner

+4350403 2158

Verena Langegger

Verena Langegger

+4350403 2162

Alexandra Plank

Alexandra Plank

+4350403 2143