SPÖ peilt im Burgenland bis 2020 Jugend-Vollbeschäftigung an

Eisenstadt (APA) - Die SPÖ will bis 2020 die Jugendarbeitslosigkeit im Burgenland „in Richtung Null senken“, erklärte Landeshauptmann Hans N...

Eisenstadt (APA) - Die SPÖ will bis 2020 die Jugendarbeitslosigkeit im Burgenland „in Richtung Null senken“, erklärte Landeshauptmann Hans Niessl am Montag nach dem Landesparteivorstand in Eisenstadt. Von den 750 Mio. Euro, die dem Land Burgenland bis 2020 an Förderungen zur Verfügung stünden, werde man „einen nicht unerheblichen Teil dafür verwenden, dass wir Jugendliche in Beschäftigung bringen“, sagte Niessl.

Rund 1.000 Lehrlinge liefen bereits derzeit jährlich durch ein Ausbildungsprogramm der öffentlichen Hand, fänden in der Privatwirtschaft bzw. beim Land und in landesnahen Betrieben eine Lehrstelle oder bekämen in Lehrwerkstätten eine Ausbildung, erläuterte der Landeshauptmann. Im Burgenland gebe es derzeit als einzigem Bundesland einen Rückgang bei der Jugendarbeitslosigkeit.

Von 10.357 unselbstständig Beschäftigten unter 25 Jahren im Burgenland waren im November 1.066 arbeitslos gemeldet. Das sei ein Rückgang von 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sagte Landesrat Peter Rezar (SPÖ). In der Altersgruppe der Unter 19-Jährigen habe der Rückgang 15,3 Prozentpunkte betragen.

Bei Maßnahmen nach dem Berufsausbildungsgesetz wende man jährlich zusammen mit dem S ein Fördervolumen von rund zehn Mio. Euro auf. 2013 gab es im Burgenland 2.650 Lehrlinge, 2009 seien es noch 3.061 gewesen, so Rezar. Die Zahl der Lehrbetriebe - derzeit 871 - habe im Zeitraum von 2003 bis 2013 um 23 Prozent abgenommen. Er könne nur an die Wirtschaft appellieren, jungen Menschen eine Chance zu geben und Lehrlinge auszubilden.

Für Jugendliche, die keines der Angebote annähmen, bereite man ein eigenes Modell vor. Dabei wolle man sie einladen, sich vorzuqualifizieren, um mit Produktionsbetrieben ins Gespräch zu kommen. „Die müssen quasi wieder erzogen werden, Arbeiten anzunehmen“, meinte Rezar. Die Jugendlichen müssten auch die positiven Erfahrungen aus diesen Prozessen wieder erlernen - etwa, dass es, wenn sie zur Arbeit kommen, es auch eine Entlohnung gibt.

Auch Unternehmen müssten soziale und wirtschaftliche Verantwortung leben, erklärte SPÖ-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich: Man könne nicht einerseits einen Facharbeitermangel beklagen, und auf der anderen Seite nehme man die Verantwortung nicht wahr und bilde keine Lehrlinge aus: „Das geht so nicht.“ Hergovich kritisierte auch Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (ÖVP): Dieser habe sich mit der Forderung nach der Schaffung von 500 Ausbildungsplätzen durch die öffentliche Hand „ein Eigentor geschossen“, weil bereits 1.000 umgesetzt seien.

~ WEB http://www.spoe.at ~ APA361 2014-12-15/14:49