Weihnachten - KFV warnt vor Christbaumbränden

Wien (APA) - In der Weihnachtszeit ereignen sich in Österreich 500 bis 800 Wohnungsbrände. Darauf wies das KFV (Kuratorium für Verkehrssiche...

Wien (APA) - In der Weihnachtszeit ereignen sich in Österreich 500 bis 800 Wohnungsbrände. Darauf wies das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) am Dienstag hin und machte zugleich darauf aufmerksam, dass die Brandgefahr in den eigenen vier Wänden generell stark unterschätzt wird.

Gerade in beheizten Räumen trocknet das Reisig von Adventkränzen und Christbäumen schnell aus. Wenn Kerzenflammen auf vertrocknete Äste übergreifen besteht höchste Gefahr. „Innerhalb von 20 Sekunden kann ein Christbaum in Vollbrand stehen, in eineinhalb Minuten mitunter die ganze Wohnung. Ähnlich gefährlich sind wegen der starken Hitzentwicklung auch die Stern-Spritzer“, erklärte Klaus Robatsch, Leiter des Bereiches Forschung & Wissensmanagement im KFV.

Ein Weihnachtsbaum von zwei Metern Höhe hat laut KFV durchschnittlich 400.000 Nadeln. Deren Hauptbestandteile sind Zellulose, ätherische Öle und Wasser. Da Christbäume oft schon im Herbst gefällt werden, haben sie zu Weihnachten ihren Wassergehalt schon weitgehend eingebüßt. Übrig bleibt das brennbare Material. Die in den Nadeln enthaltenen ätherischen Öle sind leicht entflammbar. Während im warmen Zimmer der Wasseranteil der Nadeln stetig abnimmt, bleiben die Öle länger im Gehölz. Dadurch steigt die Entzündlichkeit der Zweige enorm an.

„Erhebungen der letzten Jahre zeigen, dass die Brandgefahr von Herr und Frau Österreicher generell stark unterschätzt wird. Dabei ereignen sich in Österreich rund 4.000 teils schwere Wohnungsbrände jährlich in Privathaushalten - durchschnittlich 16 bis 30 Menschen sterben dabei. Sechs Kinder unter 15 Jahren starben in den letzten fünf Jahren in den eigenen vier Wänden an den Folgen eines Brandes. Laut KFV-Umfrage ist erst jeder dritte Haushalt mit Kindern unter 15 Jahren in Österreich mit Rauchmeldern ausgestattet - Feuerlöscher besitzen nur die Hälfte dieser Befragten“, erläuterte Robatsch. „Ein Rauchmelder gehört in jeden Haushalt. Und wenn man Kinder hat, gehört ein Rauchmelder vor allem auch in das Kinderzimmer.“ Neben offenem Licht und Feuer gelten vor allem nicht richtig gewartete, unbeaufsichtigte oder defekte technische Geräte als Brandauslöser Nummer Eins.

Tipps des KFV für Weihnachten:

- Vorzugsweise elektrische Kerzen (z.B. LED) verwenden, die wenig Wärme erzeugen.

- Wunderkerzen vermeiden. Einmal angezündet können sie nicht mehr gelöscht werden und sprühen in alle Richtungen.

- Kerzen auf Adventkränzen und Christbäumen auswechseln, bevor sie niedergebrannt sind

- Kerzen sollten einen Abstand von mindestens 50 Zentimetern zu Vorhängen oder anderen brennbaren Materialien haben.

- Christbaumkerzen im Abstand von mindestens 20 Zentimetern von Ästen und Dekorationsmaterial befestigen.

- Nicht brennbare Kerzenhalter reduzieren die Brandgefahr. Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen lassen.

- Kippsichere bzw. standfeste Christbaumständer verwenden. Mit Wasser gefüllte Ständer verhindern ein zu rasches Austrocknen des Baumes und erhöhen damit die Brandsicherheit. Unter den Christbaum am besten eine schwer entflammbare Unterlage, zum Beispiel eine Löschdecke, legen. Bis zum Weihnachtsabend sollte der Baum kühl gelagert werden, beispielsweise am Balkon oder im Keller und eventuell in einem Kübel mit Wasser.

- Auf keinen Fall Christbaumschnee aus Spraydosen verwenden, wenn die Kerzen bereits brennen - durch brennbare Treibmittel können diese regelrecht zu „Flammenwerfern“ werden.

- Einen Feuerlöscher oder einen Kübel Wasser beim Anzünden der Christbaum?Kerzen immer in Griffweite stellen.

- Kinder nie unbeaufsichtigt in der Nähe von brennenden Kerzen lassen.