Kostenexplosion bei Schulsanierung abgesegnet
Der Grieser Gemeinderat beschloss die Finanzierung der 4,9 Mio. Euro teuren Schulsanierung. Nach wie vor sind viele Fragen offen.
Von Denise Daum
Gries a. Br. –Die Kosten für die Sanierung der Neuen Mittelschule in Gries am Brenner sind bekanntlich aus dem Ruder gelaufen. Waren ursprünglich 3,4 Mio. Euro angesetzt, liegen die Baukosten nunmehr bei rund 4,9 Mio. – die TT berichtete. Wie es dazu kommen konnte, ist nach wie vor nicht geklärt. „Was die Kosten so in die Höhe getrieben hat, können wir erst sagen, wenn alle Schlussrechnungen vorliegen“, erklärt Bürgermeister Karl Mühlsteiger (Offene Gemeindeliste Karl Mühlsteiger). Nichtsdestotrotz hatten die Gemeinderäte in der vergangenen Sitzung am Dienstagabend über die Gesamtkosten sowie den Finanzierungsplan abzustimmen. „Wir kommen nicht darum herum, das zu beschließen“, erklärte Mühlsteiger den Mandataren. Schließlich hätten die Firmen bereits ihre Arbeit erledigt und müssten auch bezahlt werden. „Wenn wir die Rechnungen nicht begleichen, wird es durch die Verzugszinsen noch teurer“, warnte der Bürgermeister und bezeichnete die Situation als „Riesen-Dilemma“. Das zumindest stellte keiner im Gemeinderat in Abrede.
Vize-Bürgermeister Siegfried Kerschbaumer (SPÖ) und GR Martin Vogelsberger (Zukunft für Gries) betonten unisono, dass sie der Kostenexplosion im Nachhinein keine „Absolution“ erteilen können. „Es gibt nicht einmal einen Vertrag mit der Bauleitung, aber wir bezahlen über 400.000 Euro Honorar“, weist Kerschbaumer auf „eine von vielen Ungereimtheiten“ hin.
Die Finanzierung der Kostenüberschreitung erfolgt durch einen Kontokorrentkredit über 1 Mio. Euro – ein „Zwischendarlehen. Wir haben die Finanzierungszusage vom Land Tirol, die Ausschüttung erfolgt jedoch erst 2015 und 2016“, erklärt Mühlsteiger. Zusätzlich wird die Gemeinde ein Darlehen in der Höhe von 300.000 Euro aufnehmen, die Rückzahlung wird aliquot auf die Sprengelgemeinden aufgeteilt.
Jedenfalls will der Bürgermeister nach Vorliegen aller Abschlussrechnungen nun doch von Experten prüfen lassen, wo der Fehler passiert sei. Einen entsprechenden Vorschlag von Vize-Bürgermeister Kerschbaumer hatte er im November noch abgelehnt.
„Weil es jetzt eh nix mehr nutzt“, so der allgemeine Tenor im Gemeinderat, wurden die Gesamtkosten von 4,9 Mio. Euro sowie der Finanzierungsplan schließlich mit acht zu zwei Stimmen und einer Enthaltung abgesegnet.
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