Annäherung Kuba-USA - Geheimverhandlungen in Kanada seit 2013

Washington/Havanna/Ottawa (APA/AFP/dpa/Reuters) - Für viele kam die Ankündigung von US-Präsident Barack Obama und seinem kubanischen Amtskol...

Washington/Havanna/Ottawa (APA/AFP/dpa/Reuters) - Für viele kam die Ankündigung von US-Präsident Barack Obama und seinem kubanischen Amtskollegen Raul Castro, wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen zu wollen, überraschend; hinter den Kulissen wurden jedoch seit langem die Fäden gezogen. Bereits im Juni 2013 hätten Geheimgespräche über eine Annäherung in Kanada begonnen, erklärte Kanadas Premier Stephen Harper am Mittwoch.

Diese seien bis November 2014 fortgesetzt worden. Der Verlagerung der Verhandlungen nach Kanada, habe beiden Staaten jene Diskretion gegeben, die sie benötigt hätten, fügte Harper hinzu: „Wir haben in keiner Weise versucht, in die Gespräche einzugreifen. Wir haben uns nur bemüht, ihnen jene Möglichkeiten zu geben, die sie benötigten, um ihre Verhandlungen zu führen“, betonte er gegenüber dem kanadischen Fernsehen.

Eine zentrale Rolle habe auch Papst Franziskus gespielt, der beiden Staatsoberhäuptern eindringliche Briefe schrieb, als die Verhandlungen im Sommer zu scheitern drohten, hieß es aus US-Regierungskreisen. Franziskus gehörte am Mittwoch dann auch zu den ersten Gratulanten. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon begrüßte die Entscheidung.

Die Einigung hatte auch die Freilassung des seit fünf Jahren auf Kuba inhaftierten und mittlerweile schwer kranken US-Bürgers Alan Gross ermöglicht. Dieser bedankte sich nach seiner Ankunft auf US-amerikanischem Boden bei Obama und bezeichnete die neue Politik gegenüber dem Karibikstaat als bahnbrechend: „Dies ist ein Neuanfang, den ich voll unterstütze.“