Russland plant Rubel-Billion-Kapitalspritze für Bankensektor

Moskau (APA/Reuters) - Die russische Regierung will den Bankensektor des Landes mit einer Kapitalspritze von bis zu einer Billion Rubel (kna...

Moskau (APA/Reuters) - Die russische Regierung will den Bankensektor des Landes mit einer Kapitalspritze von bis zu einer Billion Rubel (knapp 14 Mrd. Euro) stärken. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde am Donnerstag auf der Internetseite der Staatsduma veröffentlicht.

Der Schritt ist Teil der Bemühungen, das Finanzsystem des Landes zu stärken, das vor allem durch die Sanktionen des Westens und den niedrigen Ölpreis ins Trudeln kam. Der Wert des Rubel ist in den vergangenen Tagen dramatisch abgestürzt.

Mit Spannung wird an den Finanzmärkten der Auftritt des russischen Präsidenten Wladimir Putin am Donnerstagvormittag erwartet. Putin hat zur traditionellen Pressekonferenz zu Jahresende eingeladen, wird sich aber sicher auch zu den aktuellen Wirtschaftsturbulenzen in seinem Land äußern.

Die Moskauer Aktienbörse ist am Donnerstag auf Erholungskurs gegangen. Für Entspannung sorgte die Stabilisierung des Ölpreises und die zahlreichen Maßnahmen zur Stützung des Rubel und der heimischen Bankenbranche.

Der Aktienindex RTS, der seit Monatsbeginn um mehr als ein Viertel gefallen ist, zog um bis zu 7,5 Prozent an. Die russische Währung konnte ihre zwischenzeitlichen Gewinner aber nicht halten. Der Dollar drehte kurz vor Beginn des Putin-Auftritts ins Plus und legte ein Prozent auf 60,81 Rubel zu.

„Wir erwarten eine verbale Intervention Putins“, schrieb Gleb Sadoja, Chef-Analyst der Profit Group, in einem Kommentar. „Wir werden erfahren, dass die Dinge nicht so schlecht stehen, Russland auch ohne die sanktionierten Importgüter auskommt und sich der Rubel-Kurs bald stabilisieren wird.“

Die Experten der VTB Bank sagten eine länger anhaltende Erholung der russischen Börsen voraus. Sie stützten ihren Optimismus auf eine Fortsetzung der staatlichen Hilfen für die Konjunktur und die heimische Finanzwirtschaft. Unabhängig davon stabilisierte sich der Preis für das wichtige russische Exportgut Rohöl. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 61,54 Dollar (49,44 Euro) je Barrel.