Verkehr

Kurze Atempause am Felbertauern

© Felbertauernstraße AG

Der Trassenbau ist vorübergehend eingestellt, ab 12. Jänner sollen die Arbeiten fortgesetzt werden. Den 27. Juni 2015 hat man als angepeilten Eröffnungstermin unverändert fest im Blick. Aber der Wettlauf mit der Zeit bleibt fordernd.

Von Claudia Funder

Matrei i. O. –Auf Osttirols größter Baustelle, auf der sich vor Kurzem noch Dutzende Mann tummelten und schweres Gerät bewegt wurde, ist Ruhe eingekehrt. Ende dieser Woche wurden die Arbeiten auf dem Areal südlich des Felbertauerntunnels, auf dem die neue Trasse wächst, vorübergehend eingestellt.

Mit Hochdruck war in den letzten Wochen versucht worden, aufzuholen, was aufgrund der ungünstigen Wetterbedingungen im Juli und August auf der Strecke bleiben musste. Denn Ende Juni 2015, vor Beginn des Sommerreisesaison, soll die neue Trasse startklar für den Verkehr sein. Ein Kraftakt, denn der verregnete Sommer, der den Baufortschritt einbremste, wirkt immer noch nach.

„Die verlorene Zeit konnte nicht wettgemacht werden“, erklärt Michael Köll, technischer Leiter der Felbertauernstraße AG (FAG), im Gespräch mit der TT. „Wir sind in der Ausführung nach wie vor etwa einen Monat in Verzug.“

Vor allem im Erdbau hinke man hinterher. 65 Prozent dieser Arbeiten seien bislang ausgeführt. In manchen Abschnitten ist der Unterbau fertig, in anderen noch nicht. Ebenso verhält es sich bei den Sicherungsdämmen.

Im Wesentlichen abgeschlossen sind hingegen die Stahl- und Stahlbetonarbeiten an den Brückenbauwerken. Hier fehlen nur noch Abdichtungen, Randkonstruktionen und Fahrbahnbeläge. Auf das Frühjahr verschoben wurden die Arbeiten zum Rückbau der bestehenden Straße. Sie konnten im und nach dem nassen Sommer aufgrund erhöhter Steinschlaggefahr noch nicht erledigt werden.

Eine Pause sei nun, auch wenn es nur eine kurze sei, hilfreich – auch, weil die Arbeiter auf der Baustelle aufgrund der erschwerenden Bedingungen als Folge des Wetters in hohem Maße gefordert waren, erklärt Köll. Die Baustelle bleibe aber auch in den nächsten Wochen unter Beobachtung der Mitarbeiter der Felbertauernstraße AG: „Wenn nötig, werden wir Maßnahmen setzen, die ein Weiterarbeiten nach dem 12. Jänner sicherstellen.“

Ob der gewünschte zügige Baufortschritt nach der Pause möglich sein wird, hängt weiterhin wesentlich von der Wetterentwicklung ab. Häufiger Schneefall würde jedenfalls einmal mehr einen Tritt auf die Bremse bedeuten.

Mit den Arbeiten im Erdbau will man ab 12. Jänner fortfahren – und zwar dort, wo sie durch Frost nicht zu sehr beeinträchtigt sind, sprich: wo auf Fels aufgebaut wird. Bei Temperaturen unter minus zehn Grad gäbe es allerdings Probleme mit den Maschinen. Von den Temperaturen abhängig sind auch die Abdichtungsarbeiten im Stahlbau, die deshalb erst im Frühjahr angesetzt sind.

Trotz der Verzögerungen, die den Zeitplan denkbar dicht gemacht haben, hat man den angepeilten Eröffnungstermin unvermindert im Visier. „Nicht für die Fertigstellung, aber für die Verkehrsführung“, schränkt Köll ein. Denn: „Es wird noch über den gesamten Sommer zu bauen sein.“

Derzeit rollt der Verkehr noch über die Ersatzstraße, die sich bestens bewährt hat. Es gab zwar beim Wirtschaftsverkehr einen Frequenz-Rückgang um knapp 17 Prozent – unter anderem bedingt durch die Winterregelung. Gerechnet wurde aber auch mit deutlich weniger Pkw. In dieser Kategorie gab es aber keinen Einbruch. „Die Frequenzen bewegen sich, was uns überrascht hat, auf dem Niveau eines Normaljahres“, freut sich Michael Köll.

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Catharina Oblasser

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