Kroatien - Neue Ermittlungen gegen Zagreber Bürgermeister Bandic

Zagreb (APA) - Gegen den Zagreber Bürgermeister Milan Bandic, gegen den bereits Korruptionsermittlungen laufen und der sein Amt gegenwärtig ...

Zagreb (APA) - Gegen den Zagreber Bürgermeister Milan Bandic, gegen den bereits Korruptionsermittlungen laufen und der sein Amt gegenwärtig nicht ausüben darf, sind neue Vorwürfe erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft warf ihm am Donnerstag vor, das Stadtbudget geschädigt zu haben, indem er den Verein „Im Namen der Familie“, der das Referendum gegen die Homo-Ehe initiiert hatte, unerlaubt begünstigte.

Für Werbemaßnahmen und die Bereitstellung von Marktständen seien für die Stadt Ausgaben in Höhe von 305.000 Kuna (40.000 Euro) entstanden, so die Staatsanwaltschaft. Der Verein hatte in einer anderen Sache - konkret für Mobilisierungsarbeit im Referendum zur Änderung des Wahlgesetztes im Herbst - um Unterstützung der Stadt angesucht. Die Stadt hatte dies verweigert. Bandic persönlich soll daraufhin zwei seiner Mitarbeiter aufgefordert haben, die Mittel zur Verfügung zu stellen. Gegen sie wird ebenfalls ermittelt.

Bandics Verhaftung im Oktober dieses Jahres wegen schwerwiegenden Korruptionsvorwürfen hatte in Kroatien für Aufregung gesorgt. Der langjährige Stadtchef war auf Kaution in Höhe von umgerechnet zwei Millionen Euro freigekommen. Er darf sein Amt nicht ausüben, zurückgetreten ist er jedoch nicht. Zuletzt half er dem Roten Kreuz, Hilfsgüter in die vom Mai-Hochwasser zerstörten Gebiete in Ostkroatien auszuliefern.