Weihnachtsamnestie und Häftlings-Basar im Ziegelstadel
Um auch Gefängnisinsassen das Gefühl von Weihnachten zu vermitteln, unternimmt die Justizanstalt einiges. Drei Häftlinge durften am Mittwoch zudem verfrüht nach Hause.
Von Reinhard Fellner
Innsbruck –Der Dezember ist für Österreichs Häftlinge der spannendste und der wohl angespannteste Monat zugleich. Werden gegenüber wenigen doch Weihnachtsbegnadigungen ausgesprochen. Für die übrigen stellen die bevorstehenden Weihnachtstage fern von den Familien jedoch die größte Herausforderung des Jahres dar.
Wie diese Woche bekannt wurde, durften sich heuer österreichweit 30 Häftlinge über eine Begnadigung freuen. Sie wurden von den Leitern ihrer Justizanstalt vorgeschlagen. Das Justizministerium leitete die Vorschläge an Bundespräsident Heinz Fischer zur Genehmigung weiter. Am Mittwoch öffneten sich für eine Probezeit von drei Jahren auch für drei Tiroler die Pforten der Innsbrucker Justizanstalt. Justizanstaltsleiter Reinhard Potocnik auf Anfrage zur Tiroler Tageszeitung: „Es handelt sich bei den Begnadigten um einen 55-jährigen Unterhaltsschuldner. Er ersparte sich fünf Tage. Zweitens um einen 50-jährigen Stalker, der drei Monate und zwei Tage früher nach Hause durfte. Schließlich wurden einer 39-Jährigen, die Diebstähle versucht hatte, ein Jahr und zwei Monate Haft erspart.“ Für alle übrigen 420 Insassen hielt Bischof Manfred Scheuer am Mittwoch eine Weihnachtsmesse.
Wiederbelebt hat Anstaltsleiter Potocnik heuer auch eine Aktion früherer Jahre: Den „Pater-Kilian-Basar“. Hierfür fertigten die sozial engagierten Justizwachebeamten Hermine und Wolfgang Kofler mit Häftlingen Polster und Holzfiguren an. Die Stücke fanden später bei rund 500 Besuchern des Basars im Speisesaal der Beamtenküche reißenden Absatz. Der Erlös des Basars kommt dem Häftlingsunterstützungsverein „Brücke“ zugute.
Am Weihnachtstag bekommt jedoch auch jeder Insasse ein Geschenk. Alle Pakete, die im Rahmen der Weihnachtspakete-Aktion an der Pforte des Stiftes Wilten abgegeben werden, werden aufgeteilt und feierlich an die Häftlinge übergeben.
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