Komplexes einfach gemacht
Hochwertige Plug-in-Hybrid-Technik verbirgt sich unter der Oberfläche der Mitsubishi Outlander PHEV, der seine Vorteile vor allem auf Kurz- und Mittelstrecken ausspielt.
Von Markus Höscheler
Ginzling –Die Aufgabe, der sich Mitsubishi-Mitarbeiter zu stellen hatten, war schwer: Kompliziertes unkompliziert zu gestalten. Es ging darum, den Mitsubishi Outlander, ein 4,66 Meter langes Sport Utility Vehicle, mit einem Plug-in-Hybrid-System zu versehen, den durchschnittlichen Nutzer bei der Anwendung aber nicht zu überfordern. Einsteigen, starten, losfahren – und auf die Technik vertrauen.
Die Technik
Motor: R4-Benziner, 2 E-Motoren
Hubraum: 1998 ccm
Drehmoment: 190 Nm bei 4500 U/min
Leistung: 89 kW/121 PS
L/B/H: 4655/1800/1673 mm
Gewicht: 1810/2310 kg
Kofferraumvolumen: 463 – 1472 l
Tankinhalt: 45 l
Kapazität des Akkus: 12 kWh
Reine E-Reichweite (Test): ca. 40 km
Verbrauch (Test): 5,9 l/100 Kilometer
Kraftübertragung: Allradantrieb
Preis (Intense+): ab 42.800 Euro
CO2-Emission (Norm): 44 g/km
Das ist beim PHEV-Modell genauso möglich wie bei den konventionell motorisierten Ausführungen des Outlander. Und doch ist das Fahrgefühl ein anderes. Das beginnt schon bei der Beschallung – anstelle der üblichen Geräusche eines Verbrennungsmotors ist so gut wie nichts zu hören beim moderat ausgeführten Anfahren. Die beiden je 82 PS starken E-Motoren geben anfangs ihr Bestes, sofern sie auf einen geladenen 12 Kilowattstunden Kapazität fassenden Lithium-Ionen-Speicher zurückgreifen können. Allein damit lässt sich der Outlander PHEV elektrisch 40 Kilometer lang bewegen (laut Hersteller sind es unter optimalen Voraussetzungen 52 Kilometer). Der 121 PS starke Zweiliter-Benziner schaltet sich bei durchgedrücktem Gaspedal, bei höheren Tempi und bei leerem Akku hinzu. Ist das häufig der Fall, dann muss der Outlander-PHEV-Lenker davon ausgehen, dass er sich zunehmend vom Normverbrauch von 1,9 l/100 km entfernt. Im Verlauf unserer Testphase benötigte das Modell 5,9 Liter Treibstoff je 100 Kilometer, nicht zu viel angesichts des überdurchschnittlich hohen Autobahnanteils (vor allem in Deutschland).
Was wirklich beeindruckt, sind das ruckfreie Zusammenspiel aller drei Aggregate, das Fehlen von Schaltarbeit und das einfache Aufladen an der heimischen Steckdose (Dauer: ca. fünf Stunden). Mehr Komplexität ist allerdings möglich, sofern vom Fahrer gewünscht: Die Bremswirkung (oder auch Rekuperation, also das Wiederaufladen des Akkus während des Fahrens beim Anheben des Gaspedals) lässt sich sechsstufig variieren, außerdem kann der PHEV-Pilot den E-Speicher per Knopfdruck sperren, um den Strom später – etwa im städtischen Gebiet – effizienter zu verbrauchen. Zwei weitere Tasten sind nicht weniger nützlich: Mit Charge wird der Lithium-Ionen-Akku während der Fahrt stärker aufgeladen (was dem Benzinmotor etwas mehr abverlangt), mit dem 4WD-Lock-Modus ist eine gleichmäßige Kraftverteilung auf beide Achsen programmiert. Nicht ganz so einfach verhält es sich im Testwagen mit der Bluetooth-Anbindung ans Smartphone – hier verzeichnen wir den ein oder anderen Aussetzer.
Mit der mittleren Intense+-Ausstattung kostet der Outlander PHEV ab 42.800 Euro. Weniger komplex gibt es den Hybriden mit Intense-Basis-Bestückung ab 39.900 Euro.
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